Einige Fragen an die „Deutsche Reichsdruckerei“ des Erhard Lorenz

Nachdem die Augsburger Allgemeine heute einen kleinen Beitrag über Erhard Lorenz‘ „Deutsche Reichsdruckerei“ gebracht hat, dachte ich mir, den Herrn Lorenz könnte man mal ein bißchen trollen. Ich habe ihm folgende E-Mail geschickt und harre gespannt der Antwort.

Sehr verehrter Herr Lorenz,

Bei der Lektüre Ihrer Heimatseiten bin ich auf einige Ungereimtheiten gestoßen, die ich auf meine Unwissenheit zurückzuführen bereit wäre. Vielleicht können Sie ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Auf der Seite „Völkerrechtliche Legitimation“ beziehen Sie sich auf die Militärregierung. Daraus würde ich schließen, dass Sie nach wie vor davon ausgehen, dass Deutschland von den Alliierten besetzt ist, denn sonst gäbe es ja keine Militärregierung. Wenn das so ist, kommt auch die Haager Landkriegsordnung zur Anwendung, damit auch Artikel 16 derselben, der den Versand der Kriegsgefangenenpost regelt. Da steht: „Briefe, Postanweisungen, Geldsendungen und Postpakete, die für die Kriegsgefangenen bestimmt sind oder von ihnen abgesandt werden, sind sowohl im Lande der Aufgabe, als auch im Bestimmungsland und in den Zwischenländern von allen Postgebühren befreit.“ Warum lehnen Sie dann Kriegsgefangenenpost ab, und wo kommen bei Ihnen die 2, 4 oder 6 Cent her?

Als Gerichtsstand legen Sie in den AGB Ziffer 10 den „Sitz der Deutschen Reichsdruckerei“ fest, mithin also das Amtsgericht Neuss. Wenn aber die Bundesrepublik Deutschland nicht existiert, welche Legitimation hat dann Ihrer Meinung nach das Amtsgericht Neuss?

In Ihren AGB Ziffer 9 beziehen Sie sich auf das Datenschutzgesetz? Welches Datenschutzgesetz meinen Sie? Soweit ich weiß, gab es im Deutschen Reich kein Datenschutzgesetz, und das der Bundesrepublik Deutschland dürfte nach Ihrer Definition ja gar keine Geltung besitzen. Wenn Sie das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) meinen, haben Sie mit Ihrem Rechenzentrumsprovider 3W-SERVICE Internet Solutions einen Auftrag zur Datenverarbeitung (ADV) gemäß §11 BDSG abgeschlossen? Wo kann ich diese einsehen? Wie gestalten Sie den Übergang auf die ab Mai 2018 geltende und umzusetzende EU-Datenschutzverordnung?

Inhalt und Form von AGB legen in Deutschland die §§305-310 BGB fest. Beziehen Sie sich darauf oder auf eine ältere Fassung von vor 1918? Wo kann man die einsehen, und vor welchem Gericht findet diese Anwendung?

Auf der Seite zur Reichs-Fahrerlaubnis erwähnen Sie die StVZO, namentlich den §2. Den gibt es aber gar nicht (mehr); die §§ 1 bis 15l wurden mit Wirkung vom 18. August 1998 (BGBl. I S. 2214, 2294; VkBl.1998 S. 982) aufgehoben. Ansonsten gab es die StVZO unter dem Namen „Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Straßenverkehr“ ohnehin erst seit 1937. Worauf beziehen Sie sich also? In welcher Fassung findet sich der von Ihnen in §2 zitierte Satz „Gilt nicht für die Bundesrepublik Deutschland“? Ohnehin – warum würde ein Land ein Gesetz erlassen, das dann explizit nicht für dieses Land gelten sollte?

Warum brauche ich einen BRD-Führerschein, wenn Sie mir doch eine Reichs-Fahrerlaubnis erteilen? Außerdem: Wenn Sie mir eine Reichs-Fahrerlaubnis erteilen, stellen Sie mir dann auch einen Reichs-Führerschein aus? Den finde ich auf Ihrer Heimatseite nicht.

Noch eine Frage zu Ihren Telefonnummern. Ihre Mobilfunknummer ist im Netz der Deutschen Telekom gemeldet. Die Deutsche Telekom befindet sich als ehemaliges Staatsunternehmen immer noch zu knapp 32% im direkten oder indirekten Besitz des Bundes. Haben Sie damit nicht einen konkludenten Vertrag mit der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen?

Abschließend zum Versand. Wo kann ich die Versandgebühren einsehen? Wenn Sie ins Gebiet des Deutschen Reiches versenden, dann ja sicherlich auch in die Provinz Ostpreußen nach Königsberg, das sich derzeit bedauerlicherweise unter dem Namen Kaliningrad unter russischer Verwaltung befindet. Was kostet ein Versand dorthin?

Sind Ihre Lieferungen übrigens frei von der bundesrepublikanischen Mehrwertsteuer?

Sie sehen, verehrter Herr Lorenz, ich habe es mir nicht leicht gemacht.

Hochachtungsvoll auf baldige Antwort hoffend,
N.N.

Ich bin gespannt, ob er sich angesichts der kognitiven Dissonanz zu einer Antwort durchringen wird.

[ Update 25.10.2016 14:54 ]

Es gibt Antwort:

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Hmmm. Jetzt hat er keine meiner wichtigen Fragen beantwortet. Das finde ich schade, wenn auch nicht überraschend. Ich frage mich allerdings, wie er den Nebensatz „denn es ist nicht möglich etwas zu wiederlegen was nicht ist.“ meint. Gibt er damit nicht zu, dass das alles Kokolores ist?

Darauf musste ich folgendes antworten:

 

Lieber Herr Lorenz,

jetzt haben Sie meine Fragen leider nicht beantwortet. Das trägt nicht zur Auflösung der vermeintlichen Widersprüche und auch nicht zur Vertrauensbildung bei, völlig unabhängig von der Motivation, die Sie mir unterstellen. Wenn Sie mich dazu auffordern, das Thema richtig zu erforschen, dann tue ich das hiermit und wiederhole meine Fragen, um deren Beantwortung ich Sie höflich bitte. Wenn Sie das nicht möchten, ist auch das eine Art Antwort, und dann muss ich davon ausgehen, dass Sie Ihre Angaben auf der Heimatseite als widersprüchlich und unvollständig akzeptieren und stehen lassen möchten.

Bezogen auf meine Frage nach der Mehrwertsteuer nehme ich Ihren Satz „denn es ist nicht möglich etwas zu wiederlegen was nicht ist“ mal als Antwort in dem Sinne, dass Sie keine Umsatzsteuer auf Ihre Produkte und Dienstleistungen abführen.

Mit freundlichen und ganz und gar nicht staatenlosen Grüßen (denn ich kann mit meinen Ausweisen und Pässen unbehelligt nahezu überall hin reisen, ganz im Gegensatz zu Ihnen mit Ihren Papieren),
N.N.

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Kurze Betrachtung zur Meinungsfreiheit

Am 3. Oktober 2016 fanden ja in Dresden die Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit statt. Diese Gelegenheit haben sich Alt- und Neurechte nicht entgehen lassen, darauf hinzuweisen, dass wir in Deutschland in einer „Meinungsdiktatur“ leben und man ja nicht einmal „die Wahrheit“ sagen dürfe, ohne „in die rechte Ecke gestellt zu werden“. („Isch bin doch goor geen Nazi. Isch will bloß de Ausländer hier ni habm.“)

MIMIMI.

Natürlich darf man in diesem Land seine Meinung frei äußern, auch wenn sie einigen Leuten als unbequem erscheint. Dazu zählt auch rechtspopulistischer Kokolores. Wenn einige Rechte immer wieder lamentieren, man dürfe in diesem Land nicht mal seine Meinung frei äußern, dann muss man fragen, ob das nicht mehr mit dem eigenen kruden Verständnis als „Opfer der Geschichte“ und mit persönlichem Beleidigtsein zu tun als mit tatsächlich nicht vorhandener Meinungsfreiheit. Wegen Meinungsäußerungen rechtspopulistischer Art ist hierzulande noch niemand im Gefängnis gelandet. Aber folgende Dinge sollte man nicht außer Acht lassen:

1. Die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit gilt für jeden. Die eigene Meinungsfreiheit schließt auch immer die der anderen ein, und wenn man zum Beispiel kräftig in Richtung Ausländer austeilt und bewusst oder unbewusst Sprüche aus den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts klopft, dann darf man sich nicht darüber wundern, wenn man das um die Ohren gehauen bekommt. Kurz gesagt: Wenn mir einer mit Nazi-Parolen kommt, dann sage ich ihm, dass er redet wie ein Nazi. Wenn man das nicht will, überlegt man sich besser vorher, was man wie sagt. Ansonsten gilt: Mitgefangen, mitgehangen. Siehe auch: Ententest, sowie diesen SPIEGEL-Kommentar.

2. Sehr gerne wird der Artikel 5(2) des Grundgesetzes übersehen, der unter anderem regelt, dass die Grenzen der eigenen Meinungsfreiheit „in dem Recht der persönlichen Ehre“ liegen. Wenn es also beleidigend wird oder offener Fremdenhass, ist Schluss. Das ist in diesem Land auf Grund der Historie aus gutem Grund so, und dass das nach wie vor ein guter Grund ist, sieht man an genau den Pegida- und anderen rechtsnationalen Parolen, die derzeit so „in“ sind. Und, liebe Staatsleugner und „Reichsbürger“: Ihr könnt Euch nicht auf Art 5(1) berufen und Art 5(2) ausblenden. [UPDATE: die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages haben die einschlägigen Abschnitte des Strafrechts hier sehr verständlich erläutert.]

3. Man darf in diesem Land seine Meinung frei äußern, aber niemand ist verpflichtet, sich eine solche „Meinung“ anzuhören, sie gut zu finden oder unkommentiert zu lassen. Es ist auch niemand verpflichtet, einer solchen „Meinung“ eine Plattform zu bieten. Löschungen auf Facebook & Co. gehen daher im Rahmen geltenden Rechts völlig in Ordnung, denn Facebook darf das alleine schon auf Grund des eigenen Hausrechts, und das hat nichts mit staatlicher Zensur zu tun – nur falls jemand auf die Idee kommt, gleich wieder ZENSUR!!!! zu schreien.

4. Nur weil man zu bestimmten Dingen wie Asylrecht und Flüchtlingspolitik eine dezidiert ablehnende Meinung hat und in seiner Filterblase auf Facebook oder sonstwo keine anderslautenden Meinungen hört, weil jeder mit einer abweichenden Meinung sofort geblockt wird, bedeutet das nicht, dass man mit seiner Meinung irgendwie repräsentativ oder sogar „das Volk“ ist. Wobei das Blocken eine Menge über das Verständnis von Meinungsfreiheit des Blockenden sagt. Ein vernunftvoller Diskurs geht anders.

tl;dr: Wer rechtsnationale Parolen kloppt, hat mit Gegenwind zu rechnen.

Zum Unterschied von Glauben und Wissenschaft

Auf die Gefahr hin, Dinge zu wiederholen, die andernorts schon tausend Mal geschrieben worden sind… aber ich habe das Bedürfnis, den grundlegenden Unterschied zwischen Glauben und wissenschaftlichen Methoden in meinen Worten zu beschreiben. Hardcore-Gläubige aus Religion und Verschwörungstheorien wird das nicht anfechten, aber der eine oder andere, der gerade dabei ist „aufzuwachen“ und sich mit „alternativen Realitäten“ zu beschäftigen, mag darüber vielleicht doch nochmal nachdenken.

Glaube geht von Prämissen aus wie „es gibt einen Gott, der alles erschafft und lenkt“ oder „die Regierung will uns mit Chemtrails vergiften und ausrotten“. Beobachtungen in der Natur werden diesen Glaubenssätzen angepasst, damit man die Prämissen nicht aufgeben muss. Die Prämissen entziehen sich für gewöhnlich der unabhängigen Überprüfung. Den Prämissen widersprechende Beobachtungen lassen Gläubige nicht gelten oder deuten sie im Sinne ihres Glaubenssystems um. Kritiker werden mit Hilfe rhetorischer Tricks („du bist halt noch nicht so weit!“, „informiere Dich erst mal richtig!“) und der Beweislastumkehr („beweise mir erst mal das Gegenteil!“) mundtot gemacht. Glaube ist dogmatisch und entzieht sich im Kern rationaler Betrachtung.

(Schade, den Absatz hätte ich gerne kürzer und knackiger hinbekommen.)

Wissenschaft beobachtet, beschreibt und versucht daraus die wahrscheinlichsten Schlüsse zu ziehen (Danke an Sebastian Bartoschek für diese schöne Formulierung!). „Wahrscheinlich“ hat hierbei wohl begründet zu werden. Beschreibungen, Messmethoden und -ergebnisse haben so vorgelegt zu werden, dass prinzipiell jeder sie überprüfen und nachvollziehen kann. Annahmen kann man machen, wenn man sie entsprechend kennzeichnet und begründet. Zu einer Theorie wird eine wissenschaftliche Hypothese erst, wenn sie mehrfach unabhängig überprüft wurde und im definierten Rahmen Vorhersagen zulässt. Ergänzende oder gar widersprechende Beobachtungen können dazu führen, dass eine wissenschaftliche Theorie überarbeitet oder komplett verworfen wird.

(Den auch.)

Die Welt ist allerdings nicht schwarz und weiß, sondern überwiegend grau in unterschiedlichen Abstufungen. Es gibt Gläubige, mit denen man rational diskutieren kann, und es gibt Wissenschaftler, die narzisstisch genug sind, ihre Entdeckungen mit Zähnen und Klauen gegen Kritik zu verteidigen.

Wissenschaft ist leider nicht gegen den Dunning-Kruger-Effekt gefeit. Eine wichtige Filmdoku dazu siehe hier. Es gibt eine Menge Menschen, die von wissenschaftlichen Methoden genau nichts verstehen, die ihre Schulzeit vielleicht mit Mühe und Not mit Auswendiglernen überstanden haben, ohne etwas wirklich zu verstehen (der Roman Brave New World lässt grüßen), die vielleicht sogar damit kokettieren, nichts verstanden zu haben und das cool finden, die sich in ihr geschlossenes Weltbild zurück ziehen, um wenigstens ein bißchen Halt zu haben, und die sich überhaupt nicht vorstellen können oder wollen, dass andere Menschen vielleicht doch auf einem anderen intellektuellen Niveau unterwegs sind. Ob ihnen das Angst macht? Oder ob sie Künstler sind?

 

alternativen-zur-realitaet

 

 

 

 

 

 

„Google doch mal richtig!“ — Die Schere im Kopf

Sehr häufig findet man, wenn man in den „Sozialen Medien“ auf Posts von Verschwörungsgläubigen stößt, die Aufforderung, man solle sich doch mal „richtig informieren“. „Google doch mal selbst!“ oder „Du findet dazu alles auf YouTube!“ sind gerne genannte Hinweise.

Sehr geläufig sind auch Hinweise, wie die ganze Welt von höheren Mächten beherrscht wird, ohne dass „die Schlafschafe“ davon merken. Überall sind „Zeichen“ und „Hinweise“, die man als „Erwachter“ natürlich sehen kann – als Schlafschaf natürlich nicht. WACHT DOCH MAL AUF!!!! Häufig genannte „höhere Mächte“ sind in der Regel religiöser oder pseudo-religiöser Natur, wie die Illuminaten, die Freimaurer oder die Rothschilds. Fast immer gehen solche Verschwörungsfantasien zurück auf die so genannten „Protokolle der Weisen von Zion“ , prangern das „Weltjudentum“ an, und sind damit letztlich verkappt oder offen antisemitisch.

 

Lidl und das Illuminatenauge

Lidl ist eine Illuminaten-Firma. Wenn man sich die Bilder anschaut, wird das jedem „Erwachten“ sofort klar. Als „Schlafschaf“ sieht man das natürlich nicht.

 

Liebe Aluhüte, habt Ihr das mal zu Ende gedacht, wo Ihr Euch befindet?

  1. Google wurde gegründet von Larry Page und Sergej Brin. Larrys Mutter war jüdisch, und die Eltern von Sergej, der in Moskau geboren wurde und damit russischstämmiger Einwanderer ist, ebenfalls.
  2. YouTube gehört seit Herbst 2006 Google.
  3. Facebook wurde gegründet von Mark Zuckerberg, der heute zwar als Atheist lebt, aber in eine jüdische Familie geboren wurde und mit 13 Jahren sein Bar Mitzvah-Fest gefeiert hat.

Also wo glaubt Ihr zu sein, hmmm? Wenn die ganze Welt von einer jüdisch dominierten „Neuen Weltordnung“ kontrolliert wird, was macht Ihr ausgerechnet auf Google, YouTube und Facebook?

Und wie kann es sein, dass auf einer der Neuen Weltordnung gehörenden Plattform wie YouTube all Eure „Enthüllungen“ und „Aufklärungsvideos“ nicht stantepede gelöscht werden? Dass man per Google die Links darauf findet? Dass Euch Zuckerberg auf Facebook mal locker Euren rassistischen Müll abladen lässt? Schon merkwürdig. Ach, ich weiß: Das machen die alles nur, um von der NWO abzulenken.

In der morgigen Folge sprechen wir über kognitive Dissonanz.

 

 

 

 

Ein Tag im Leben eines Chemtrail-Sprühmarshals

Mittwoch. Ich werde meinen Flug mit AB6110 von München nach Köln nutzen, um meiner staatlichen Zusatzaufgabe als Sprüh-Marshal nachzukommen. Man muss die Besatzungen ja immer kontrollieren, diese Schisser, sonst stellen sie heimlich die Sprühdüsen ab. Wie früher im Kommunismus, als die Bauern die Äcker der Kolchosen nicht richtig gepflügt und statt dessen lieber gesoffen haben. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

06:13 Einsteigen. Ich halte meine Handykamera zur Dokumentation bereit.

06:21 Am Flugzeug nebenan kontrolliert jemand die Sprühdüsen. Es nieselt nur leicht – Zeit für Nachschub.

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06:37 Wie man hier gut sieht, rotzt auch mein Flugzeug (B737-700) kräftig raus. Da geht aber noch mehr, Herr Kapitän. Wir wissen, wo Sie wohnen und wo Ihre Kinder zur Schule gehen.

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06:48 Klarer blauer Himmel. Geht ja gar nicht. Aber Hilfe naht, ca. 4000 Fuß höher. Der sprüht offenbar schon die neuen, transparenten Trails. Saubere Arbeit, Jungs!

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06:54 In den Tälern hängen nur noch Reste von letzter Nacht. Das war wohl zu wenig.

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07:02 Südlich und westlich von Frankfurt haben die Kollegen heute früh schon die halbe Wochenration für Südhessen ausgebracht. Die 1109 Tonnen waren innerhalb einer Stunde raus, davon 160 Tonnen über Hofheim am Taunus (Spezialbehandlung, und ein kleines Goodie für die ortsansässigen Atemschutzmasken-Händler). Beteiligt waren 330 Flugzeuge von Lufthansa, Air Berlin, Ryanair und einige als Air China und Emirates getarnte CIA-Maschinen — die mit den großen externen Sprühtanks, damit die Passagiere in den voll besetzten Flugzeugen (siehe Passagierlisten online) nichts merken. 4-6 Tonnen, mehr kann so ein Airliner ja nicht zusätzlich laden, sonst merken es die Controller bei den Fluggesellschaften. Darf ja keiner von wissen. Aber was sein muss, muss sein. Das wird ein Spaß, wenn ich heute abend in Darmstadt im Westwald 10 km laufen gehe. Überall die glitzernden Nanopartikel, und es soll noch den ganzen Tag regnen!

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07:08 Im Westerwald haben sie sicherheitshalber zwei Schichten übereinander gesprüht, damit die Sonne nicht raus kommt und die Erdbeer-Ernte in jedem Fall kaputt geht. Nehmt das, Ihr Loser!

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07:09 Scheiße. Das hat nicht gereicht. Amateure.

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07:13 Der Pilot berichtet im Landeanflug stolz von 47 unerklärlichen Todesfällen, und wie wichtig unser heutiger Beitrag zum Erhalt eines gesunden Genpools ist. Er fährt schon mal die Sprühtanks für die anstehende Neubetankung aus, damit es nachher schneller geht. Guter Mann. Füge meinem Tagesbericht einen positiven Beurteilungsbeitrag hinzu. Neben mir hustet ein anderer Passagier. Weichei. (Aber gut, dass wir damals drauf gedrängt haben, die Luftfilter auszubauen — seitdem wird die Außenluft ungefiltert ins Innere des Flugzeugs geleitet. Lobbyarbeit zahlt sich doch aus!)

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07:18 Landung in Köln/Bonn. Da drüben steht der Spezial-A340 der Bundesregierung, der 2014 komplett zum Sprühflugzeug umgebaut wurde. Das ist die Maschine, die Angela Merkel mal besichtigt hat mit den Sprühtanks. Beweisfotos davon müssten ja bekannt sein (googelt einfach mal richtig!). „Kanzlermaschine“, LOL.

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07:22 Oh Mist, bei der Germanwings steht ein Sani. Da hat wohl jemand was von dem sauteuren Zeug verschüttet. Das gibt ne gesalzene Rechnung an die Familie. Wofür haben die schließlich eine Sterbegeldversicherung.

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07:28 Da kommt der Nachschub. (Update: Oh, da sind ja Orbs auf dem Bild! Wie schön!)

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07:39 Alles gut gelaufen. Tagesbericht abgeliefert. Die Kollegen haben gute Arbeit geleistet. Nach dem bißchen Regen gestern rund um Frankfurt musste ja unbedingt nachgesprüht werden.

Nur mit diesen neuartigen „Sprühtoiletten“ komme ich immer noch nicht zurecht. Die rauben mir den letzten Nerv. Aber ich muss von den Anti-Chemtrail-Tabletten immer so furchtbar pinkeln. Das geht total auf die Prostata.

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07:46 Ankunft in Terminal 2. Jede Menge zahlende Fluggäste. Ohne die wäre das alles ja gar nicht möglich. Daher auch die horrenden Flugpreise. Hey, ich hab heute morgen 82 Euro nochwas gezahlt! Vor der Tür jede Menge Chemtaxis. Schon mal überlegt, wieso die meistens von syrischen Flüchtlingen gefahren werden? Die haben wenigstens noch eine anständige DNA, nicht wie diese verweichlichten Deutschen, deren Bundestrainer sich live im Fernsehen am Sack kratzt! Ich mein‘, hallo? Die bekämen von den russischen Fans sowas von aufs Maul!

07:48 Da drüben steht auch der Kotzbomber mit der Aufschrift „ZERO-G“. Die machen damit irgend so’n Wissenschaftskram. „Verhalten von Aluminium-Feinstäuben in der Schwerelosigkeit“, hab ich neulich einen Film gesehen irgendwo auf YouTube. Eigentlich zum Kotzen, deswegen heißt der Flieger auch so.

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08:15 So, jetzt mit dem Firmenshuttle zur Arbeit. Schließlich bin ich „Cloud-Architekt“ bei der Telekom!

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09:11 Ankunft in der Firmenzentrale. Ich gehe vom Shuttlebus ins Firmengebäude und nehme noch einen kräftigen Atemzug. Es nieselt leicht.

09:20 Ich muss mich beeilen. Die Veranstaltung beginnt. Thema: „Telekom im Wandel der Zeiten – staatliche Wetterkontrolle als hoheitlicher Zusatzauftrag“. Etwa 150 Teilnehmer im Hauptsaal, viele aus den verschiedenen „Cloud“-Geschäftseinheiten. Die Überwachungskameras laufen. Die Leute von der Konzernsicherheit und vom „Datenschutz“ sind auch da. Es werden neue „Dimmer Skies“-Koordinatoren für einige Bereiche ernannt. Eines der Hauptthemen ist die neue EU-Dimmer-Skies-Grundverordnung (DSGVO), die im Mai 2016 in Kraft trat und im Mai 2018 in nationales Recht überführt sein und angewendet werden muss. Hurra!

Unbenannt

NATHAN wäre begeistert.

(Nachtrag: Um irgendwelchen Ideen von Leuten mit Besenstiel im Hintern vorzubeugen: Die Deutsche Telekom AG hat mit „Chemtrails“ oder „staatlicher Wetterkontrolle“ selbstverständlich nichts zu tun. Teilen dieses Beitrages oder seiner Bestandteile in Chemtrails- und anderen Foren ist trotzdem ausdrücklich erwünscht. Man kann schließlich nicht wissen, ob es Chemtrails-Sprühmarshals nicht wirklich gibt.)

Einige Fragen an Menschen, die glauben, die Erde sei flach

Menschen, die nach 2000 Jahren technischen und mathematischen Fortschritts (eigentlich schon nach 4-5000 Jahren – die ägyptischen Pyramiden exakt nach Norden ausgerichtet hat man nicht rein zufällig) und nach 400 Jahren Aufklärung wieder daran glauben (wollen), dass die Erde flach ist und alles nur ein Fake, scheinen eine besondere Spezies zu sein. Ich kann nicht verstehen, was an diesem Weltbild so attraktiv sein soll, attraktiver jedenfalls als das sonst jedermann geläufige Modell, dass die Erde in etwa Kugelform besitzt und in ca. 150 Millionen Kilometern Entfernung um eine Sonne kreist, die einen Durchmesser von rund 1,3 Millionen Kilometer hat, eine Oberflächentemperatur von etwa 6000 Kelvin und die ansonsten ein ganz normaler G2-Hauptreihenstern ist. Irgendwas stört die Leute daran. Mir persönlich scheint die „Theorie“ der Flachen Erde jedenfalls eines der abwegigsten Weltbilder zu sein, denn sie hat im täglichen Leben überhaupt keine praktische Relevanz, selbst wenn sie stimmte, vor allem weil man zu ihrer Aufrechterhaltung von Fliegerei über Astronomie, die ISS und Satellitennavigation, -fernsehen und -telefonie wirklich fast alles ausblenden muss, was das moderne Leben ausmacht. Vielleicht geht es genau darum.

Wie es zu dieser Auferstehung des Flache-Erde-Weltbilds kam, insbesondere durch Betreiben der Flat Earth Society, kann man in der Wikipedia nachlesen. Über die Motivation der Flache-Erde-Anhänger kann ich mir kein Urteil bilden, außer dass auffällt, dass diese in diversen Foren einschließlich Facebook immer wieder von schlagenden „Beweisen“ vor allem in Form diverser YouTube-Videos berichten. Dass die Macher dieser „Beweise“ sehr häufig optischen Täuschungen oder ihrer Unkenntnis physikalischer Gegebenheiten aufsitzen, bemerken die Verbreiter dieser Videos meistens nicht.

Aber okay. Challenge taken. Ich habe hier einige Fragen zusammengestellt, auf deren nachvollziehbare Antworten ich gespannt warte. Wohl gemerkt, ich stelle keine Behauptungen auf, sondern ich stelle lediglich einige Fragen, von denen ich erwarte, dass ein Flache-Erde-Modell diese wird widerspruchsfrei beantworten können (was unter Annahme einer ungefähr kugelförmigen Erde ohne weiteres möglich ist). Wo ich Annahmen mache, um eine Frage herzuleiten, sage ich das explizit. Was ich erwarte, sind nachvollziehbare Antworten. Behauptungen, die zu ihrer Begründungen weitere unbewiesene Behauptungen machen müssen, zählen nicht. Ein Beweis einer Antwort ist auch nicht, eine steile Behauptung nach dem Motto „das ist alles fake!!!“ zu geben – der Wahrheitsgehalt einer solchen Behauptung wäre nachzuweisen. Annahmen bei den Antworten sind wie im Wissenschaftsbetrieb üblich zulässig, aber nachvollziehbar zu begründen.

Um keine Langeweile aufkommen zu lassen: Die Fragen sind natürlich widerspruchsfrei zu beantworten. Einzelne Fragen lassen sich sicherlich innerhalb des Flache-Erde-Modells beantworten, auch ohne weitere Prämissen einzuführen. Alle Fragen widerspruchsfrei zu beantworten dürfte hingegen nicht so einfach sein (ich halte es für unmöglich — nicht umsonst haben die Menschen sich schon vor Jahrhunderten von der Idee der flachen Erde verabschiedet, eben weil sie die Beobachtungen nicht vollständig und widerspruchsfrei beschreiben kann). Aber bitte: Ich nehme das Ergebnis nicht apodiktisch vorweg. Ich möchte ohne Prämissen auskommen können, das heißt rein deduktiv durch Beobachtung und Beschreibung.

Um es spannend zu machen, setze ich eine Belohnung von 1000 (eintausend) Euro aus für denjenigen, der das schafft. 

Ich wäre ehrlich gesagt sehr verwundert, wenn ein Anhänger der Flache-Erde-Idee sich die Mühe machen würde, diese Fragen schlüssig zu beantworten. Kann schon sein, dass mir jemand Links auf irgendwelche YouTube-Videos schickt oder etwas schreibt wie „ich sehe es doch mit meinen eigenen Augen!“ oder „f*ck dich, du Systemtroll!“. Geschenkt. Die Auflistung dient auch mehr dazu, mit Flache-Erde-Anhängern zu diskutieren und ihnen bei Bedarf die eine oder andere kritische Frage zu stellen. Erfahrungsgemäß ist die Unterhaltung dann aber ganz schnell mit wüsten Beschimpfungen beendet.

Aber vielleicht stellt sich ja jemand der intellektuellen Herausforderung.

Fangen wir mit einigen einfachen Fragen an.

  1. Wenn die ISS ein Fake ist, was ist dann der Leuchtpunkt, der zu genau vorausberechneten Zeiten am Himmel über einen hinweg zieht?
  2. Nach Ansicht einiger Flache-Erde-Anhänger sind alle fotografischen Aufnahmen, welche die Erdkrümmung im Weltraum zeigen, computergenerierte Fakes, weil man auch dort einwandfrei sehen könnte, dass der Horizont eine gerade Linie sei. Gekrümmt würde der Horizont ausschließlich durch Verwendung starker Fischaugenobjektive. Dazu zwei Fragen:   Wenn die Erde eine runde Scheibe mit einem Durchmesser von ca. 40.000 km ist, wie würde der Horizont wohl aussehen, wenn man aus einer ausreichend großen Höhe herunter sieht? Machen Sie ein Experiment: Nehmen Sie sich einen runden Deckel, beispielsweise von einem Plastikeimer,  und schauen Sie im flachen Winkel auf die von ihnen abgewandte Kante!  Sehen Sie eine gerade Linie? Wie müsste der Deckel geformt sein, damit man eine gerade Linie sieht? Wie kann es also sein, dass die Erde eine kreisförmige Scheibe ist und trotzdem Fotos existieren, die den Erdhorizont aus größer Höhe als gerade Linie zeigen?   Zweitens: Erklären Sie den optischen Strahlengang in diesem Foto, das von der ISS aus gemacht wurde (solche und ähnliche gibt es Hunderte am Tag, inklusive einem Livestream, wenn sich die ISS auf der Tagseite befindet). Offenbar beschreibt der Horizont eine Kreislinie, und gleichzeitig gibt es im Vordergrund (Sonnensegel!) gerade Linien. Wie müsste ein Fischaugenobjektiv konstruiert sein, das nur den Hintergrund verzerrt?Fischauge-ISS
    Oder dieses hier – da sieht man die Solarpaneele im Vordergrund und den Horizont im Hintergrund. Wie sollte das wohl mit einem Fischaugenobjektiv darstellbar sein?
  3. Wenn der Leuchtpunkt nur „projiziert“ ist, wo steht der Projektor, und wo ist die Projektionsleinwand? Warum sieht man bei Nebel oder Wolken den Projektionsstrahl oder -kegel nicht?
  4. Wäre dann der Taghimmel mit einer im Sommer heiß strahlenden Sonne auch projiziert? Wo ist der Projektor? Warum sieht man bei Nebel oder Wolken den Projektionsstrahl oder -kegel nicht?
  5. Wenn Sie der Meinung sind, dass es keine echten Fotos von der runden Erde gibt, nur computergenerierte Animationen, und die „Glaubisten“ könnten so nicht beweisen, dass die Erde rund sei, wo sind Ihre authentischen Fotos von der flachen Erde?
  6. Wenn die Erde flach ist, wie erklärt es sich dann, dass nördlich des Äquators Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn und Hochdruckgebiete im Uhrzeigersinn drehen, und südlich des Äquators umgekehrt?
  7. Wenn die Erde flach ist und still steht (also die Sonne über ihr „kreist“), wie lässt es sich erklären, dass sich Hoch- und Tiefdruckgebiete überhaupt drehen?
  8. Wenn die Erde flach ist und nicht rund mit einem heißen Kern, wie entsteht Vulkanismus?
  9. Wenn die Erde flach ist und die darüber „kreisförmig“ oder „spiralförmig“ schwebende Sonne einen Lichtkegel auf die flache Erde scheint, wie lassen sich dann die nachprüfbaren weltweiten Sonnenauf- und -untergangszeiten erklären, die nicht zu einem kreisförmigen Lichtkegelabdruck auf eine Karte der flachen Erde passen, wie er auf der folgenden Zeichnung zu sehen ist?

    Die flache Erde bei pravda-tv.

    Die flache Erde bei pravda-tv.

  10. Wie lässt es sich erklären, dass ein kugelförmiger (oder gerne auch scheibenförmiger) Strahler überhaupt nur einen kreisrunden Lichtfleck auf die flache Erde projiziert, und es dass darüber hinaus nach dem o.g. Bild schlagartig dunkel ist?
  11. Wenn die Erde flach ist und die darüber „kreisförmig“ schwebende Sonne einen Lichtfleck auf die Erde projiziert, beschreiben Sie die Form des Lichtflecks in Worten an Hand der nachprüfbaren weltweiten Sonnenauf- und -untergangszeiten und entwerfen Sie ein Modell des Lichtstrahlers, das diese Form schlüssig begründet.
  12. Erklären Sie außerdem, wieso die Sonne zu jeder Zeit exakt auf der Hälfte der Erdoberfläche zu sehen ist (je nach lokaler Tageszeit unter verschiedenen Betrachtungswinkeln). Müsste nicht der Lichtabdruck im Bild oben zumindest zu Frühlings- und Herbstanfang einen exakten Halbkreis darstellen? Wenn Sie daran zweifeln, rufen Sie einfach Menschen an, die dort leben, wo Sie es hell oder dunkel vermuten, und fragen Sie diese, ob es gerade hell oder dunkel ist.
  13. Wie erklären Sie physikalisch den Unterschied zwischen Schwerkraft und Gravitation, sowie die etymologische Herkunft des Wortes Gravitation?
  14. Wie erklären Sie mit einer flachen Erde das Zustandekommen von Ebbe und Flut? Gelegentlich hört man, dass das Phänomen durch ein leichtes Kippen der Erdscheibe entsteht. Wenn das Kippen der Erdscheibe Ebbe und Flut bewirkt, A) welche Kräfte kippen die Scheibe, und um welchen Winkelbetrag kippt sie? B) warum schwappt dann das Wasser im Meer, wenn es doch keine Gravitation oder Schwerkraft gibt? C) warum schwappt nichts anderes außer dem Meerwasser? D) Wenn das Wasser im Meer durch das Kippen schwappt, warum sieht man das Kippen nicht an den Himmelskörpern?
  15. Wenn die Erde flach ist, wie lässt sich auf der nordpolzentrischen Karte das Missverhältnis der geografischen Ausdehnung beispielsweise des australischen Kontinents in Nord/Süd- bzw. Ost/West-Richtung erklären, verglichen mit den realen gemessenen Bedingungen am Erdboden? Wie könnte eine solch eklatante maßstäbliche Verzerrung zustande kommen?
  16. Wenn die Erde flach ist, müsste sie ja nachgemessenermaßen (und bislang von Flache-Erde-Anhängern weitgehend unbestritten) ca. 40.000 km Durchmesser haben. Wenn man nun eine flache Abbildung der Erdoberfläche als entfernungstreu annimmt (was ja einfach ist: eine Fläche maßstabsgetreu in eine Fläche abzubilden), wie groß ist dann die Entfernung von Sydney nach Santiago de Chile oder nach Johannesburg? Messen Sie auf der o.g. flachen (nordpolzentrischen) Karte! Wenn ich auf meinem Bildschirm die Entfernungen messe, komme ich auf: Durchmesser der Scheibe 12,4 cm. Sydney-Santiago: 8 cm (das entsprächen ca. 25800 km). Sydney-Johannesburg: 7,6 cm (ca. 24500 km).  Bei einer bekannten Flugzeit (Direktflüge ohne Zwischenstopp zB mit Qantas QF0027/28 in 13 -14 Stunden bzw. QF0063/64 mit 12-13 Stunden), wie hoch wäre die jeweilige durchschnittliche Fluggeschwindigkeit? Haben Sie nach der Außerdienststellung der Concorde dafür eine schlüssige Erklärung? Welche Flugzeugtypen haben eine solche Reichweite ohne Zwischenlandung zum Auftanken?
  17. Warum führen die Flugrouten von Sydney ausgehend in der Realität nach Santiago de Chile nicht über Alaska und die US-Westküste bzw. nach Johannesburg quer über China und Saudi-Arabien?
  18. Frachtschiffe von Brisbane, Australien nach Auckland, Neuseeland benötigen für die einfache Strecke etwa 4 Tage (Fahrplan). Messen Sie die Entfernung auf Ihrer Flache-Erde-Karte und diskutieren Sie an Hand der Durchschnittsgeschwindigkeit die neuesten Entwicklungen im Frachtschiffbau.
  19. Direktflüge von Sydney (AUS) nach Wellington (NZ) benötigen für die einfache Strecke etwa 3:10 Stunden (Beispiel). Messen Sie die Entfernung auf Ihrer Flache-Erde-Karte und diskutieren Sie an Hand der Durchschnittsgeschwindigkeit die neuesten Entwicklungen im Flugzeugbau.
  20. Wie erklären Sie mit einer ruhenden, sich nicht drehenden flachen Erde das Faucault’sche Pendel, das man beispielsweise im Deutschen Museum in München beobachten kann?
  21. Da es so einfach ist, eine Karte einer flachen Erde zu zeichnen (einfache maßstäbliche Abbildung Fläche → Fläche), warum benötigen Kartografen je nach der Region, für die eine Karte gezeichnet werden soll, unterschiedliche Kartenprojektionen (Äquator: Zylinderprojektion; mittlere Breiten: Mercator-Kegelprojektion; an den Polen eine flache Projektion)? Und warum tun sich Kartografen bei größeren Ausschnitten (beispielweise eines ganzen Landes) trotzdem so enorm schwer, Karten gleichzeitig winkel- und entfernungstreu hinzubekommen?
  22. Warum verlaufen auf australischen Landkarten die Längengrade nicht wie in Deutschland so, dass sie „oben“ (im Norden) enger zusammen stehen als „unten“ (im Süden)?
  23. Wenn die Erde flach ist, warum navigieren Seefahrer seit vielen Jahrhunderten (und Flugzeugpiloten, seit es Interkontinentalflüge gibt) immer an Hand von „Großkreisen“ als kürzester Entfernung zwischen Punkten auf der Erde?
  24. Wenn die Erde flach ist: Warum sehen die Menschen südlich vom Äquator den Mond „auf dem Kopf stehend“, dafür aber den Nordpolarstern und andere Sternbilder nicht, während sie Sterne sehen, die wir im Norden nicht sehen können (beispielsweise das Kreuz des Südens)?
    Der Vollmond über London. Man beachte das Bild der verschiedenen Mondkrater.

    Der Vollmond über London. Man beachte das Bild der verschiedenen Mondkrater. So kennen wir das Bild des Mondes in unseren Breiten.

     

    Der Mond über Sydney. Auch hier: Die Lage der verschiedenen Mondkrater.

    Der Mond über Sydney. Auch hier: Die Lage der verschiedenen Mondkrater. Dafür muss man eine Reise tun, was bekanntlich bildet.

  25. Wenn die Erde flach ist, wie lassen sich diverse Flaggen am Südpol erklären sowie diverse Antarktisdurchquerungen (z.B. Reinhold Messner und Arved Fuchs, 1989) oder die Amundsen-Scott-Südpolstation?
  26. Wenn die Erde flach ist, wie lässt sich erklären, dass es vom Herbstanfang um den 23. September bis Frühlingsanfang um den 21. März nördlich von 67 Grad nördlicher Breite durchgehend Nacht ist und südlich von 67 Grad südlicher Breite Tag, und in der restlichen Zeit umgekehrt?
  27. Wenn die Erde flach ist und der Mond ebenfalls, wie erklärt sich dann die mit einem einfachen Teleskop innerhalb eines Monats beobachtbare Libration des Mondes, und welche Kräfte können diese bewirken? Wenn der Mond flach ist und über dem Äquator schwebt, warum sieht man ihn von allen Seiten kreisrund und nicht elliptisch wie eine kreisrunde Tischplatte, auf die man schräg drauf sieht?
  28. Wenn die Erde flach ist und die Sonne über ihr schwebt, wie erklären sich die Planetenbahnen möglichst einfach? Können Sie das Problem eleganter lösen als Heerscharen von Astronomen im Mittelalter?
  29. Wenn die Erde flach ist, wie lässt es sich erklären, dass man vom Ufer unterhalb des Café Restaurant Hörnle in Konstanz auch bei bestem dunstfreien Wetter im Winter nicht die Uferlinie in Bregenz sehen kann, sondern nur höher stehende Gebäude oder Gebäudeteile? Vorschlag: Wir können gerne mal gemeinsam solche Fotos machen, wenn es das Wetter hergibt.
  30. Wenn die Erde flach ist, wie lässt es sich erklären, dass man vom Ufer neben den Bootsstegen in Starnberg auch bei bestem dunstfreien Wetter im Winter nicht die Uferlinie in Seeshaupt sehen kann, sondern nur höher stehende Gebäude oder Gebäudeteile? Vorschlag: Wir können gerne mal gemeinsam solche Fotos machen, wenn es das Wetter hergibt.
  31. Auf einer Ebene gibt es keinen Horizont. Egal in welcher Höhe über einer Ebene sich ein Punkt befindet, er wird von jeder Stelle auf der Ebene immer zu sehen sein (in der Realität abhängig von Dunst und Sehvermögen). Anders gesagt, der (Elevations-)Winkel zwischen Ebene und Beobachtungslinie wird immer größer als Null sein, wenn der Gegenstand sich auf derselben Seite der Ebene befindet wie der Beobachter.EbeneWie erklärt sich dann der berühmte Segelschiff-Effekt, nach dem bei Annäherung eines Schiffes erst die Aufbauten erkennbar sind und erst später der Rumpf? Wenn Sie der Meinung sind, der Segelschiff-Effekt ließe sich mit einer „Perspektive“ erklären, und mit Hilfe eines Fernrohrs sähe man wieder das ganze Schiff, beschreiben Sie den optischen Strahlengang a) mit b) ohne Fernrohr!
  32. Mit derselben Überlegung, begründen Sie das Zustandekommen von Sonnenauf- und untergang. Erklären Sie, warum man die untergehende Sonne nicht wieder mit einem Fernrohr „heran holen“ kann, so dass man sie wieder ganz sieht.
  33. Mit derselben Überlegung, warum ist es bei einem Nachtflug von West nach Ost (z.B. von den USA nach Europa, wie ich ihn bereits mehrfach erlebt habe) in einer Reiseflughöhe von 10-11 km völlig stockdunkel, wo man doch meinen sollte, dass man ein Restlicht der Sonne zumindest in dieser Höhe sehen können müsste? Wenn Sie das für gelogen halten, erklären sie einen technisch schlüssigen Aufbau einer Sonne, die einen so scharfen Licht“kegel“ projiziert, dass es das Restlicht nicht geben kann. Beziehen Sie den an Hand der Entfernungsverhältnisse bestimmten Winkel der Lichtstrahlen am „Rand des Kegels“ sowie die Streuung des Lichts in der Atmosphäre mit ein.  (Ob es ein Kegel sein kann, wird in einer anderen Frage weiter oben behandelt.)  Oder fliegen Sie selbst und dokumentieren Sie fotografisch und mit Hilfe von Zeugenaussagen anderer Passagiere das Restlicht (nein, nicht den Sonnenaufgang am Morgen. Ich spreche von der Zeit nach dem Sonnenuntergang nach dem Start in den USA bis vor Beginn der Morgendämmerung kurz vor der Landung.). Sie können auch gerne einen Nachtflug Europa-Asien nehmen, oder Asien-Nordamerika.
  34. Wenn die Erde flach ist, wie lassen sich die Jahreszeiten erklären? Wenn Sie annehmen, dass die Sonne über der Erdoberfläche eine Spiralbahn beschreibt, begründen Sie deren Zustandekommen. Welche Kräfte wirken da?
  35. Wie kann es sein, dass im August (heute: 28. August 2016) in Europa Hochsommer ist, während eine australische Laufbekanntschaft folgendes in die Facebook-Gruppe Runners postet. Wenn die Erde flach ist, warum beginnt in Australien gerade der (Vor-) Frühling? Allgemein gefragt: Warum sind nördlich und südlich des Äquators die Jahreszeiten spiegelbildlich?Bildschirmfoto vom 2016-08-28 06:27:56
  36. Wenn die Erde flach ist, wie erklären Sie die Mondbahn und seine Zyklen? Wenn er kreisförmig über der Erde schwebt, beschreiben Sie seine Bahn vor allem im Verhältnis zur Sonne. Müsste er unter der Sonne schweben oder über ihr? Schneller kreisen oder langsamer? Wie kommen dann die Mondphasen zustande? Die unterschiedliche Lage der Mondsichel auf der Nord- / Südhälfte der Erdscheibe?
  37. Warum sehen alle Menschen überall auf der Erde tagesgleich dieselben Mondphasen, unabhängig von ihrem Standort? Wenn der Mond in nur geringem Abstand über der Scheibe schwebt, dürfte das ja nicht sein, da beispielsweise ein Beobachter in Europa, wenn der Mond dicht über der Erde schwebte, einen ganz anderen Teil des Mondes sehen würde als ein Beobachter in Südafrika. Zusatzfrage: Warum sehen alle Beobachter unabhängig von ihrem Standort immer dieselbe Seite des Mondes? Müssten Beobachter in Südafrika zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht die „Rückseite“ des Mondes sehen, wenn Beobachter in Skandinavien zum selben Zeitpunkt die „Vorderseite“ sehen?
  38. Wenn die Erde flach ist, wie lassen sich dann Sonnen- und Mondfinsternisse erklären und berechnen. Insbesondere, wie berechnen sich die Schattenspuren von Sonnenfinsternissen auf Jahrzehnte im Voraus, und sind jederzeit überprüfbar? Wie erklären Sie in diesem Modell die verschiedenen Finsterniszyklen, beispielsweise die Saros-Zyklen?
  39. Auf Grund astronomischer Beobachtungen wird allgemein davon ausgegangen, dass Sonnenfinsternisse dadurch entstehen, dass der Mond sich auf seiner Bahn aus unserer Sicht kurzzeitig vor die Sonne schiebt. Mondfinsternisse wiederum, weil der Mond aus Sicht der Sonne kurzzeitig „hinter“ der Erde verschwindet und vom Erdschatten verdeckt wird. Wie kann das zustande kommen, wenn Sonne und Mond kreisförmig über der Erde schweben? Warum nimmt bei einer totalen Mondfinsternis der Mond für wenige Stunden eine rote Färbung an? Zeichnen Sie und erklären Sie den jeweiligen Schattenwurf.
  40. Ihnen ist das Phänomen der Morgen- und Abendröte bekannt: Je dichter die Sonne über dem Horizont steht, desto mehr sieht sie selbst rot aus, und desto stärker werden Wolken rot angestrahlt. In den Minuten nach Sonnenuntergang lässt sich beobachten, dass die Wolken von unten nach oben „grau“ werden.  Wie erklären Sie das, wenn die Erde flach ist und die Sonne immer im gleichen Abstand über der Erde schwebt?
  41. Wenn die Erde flach ist, wie lässt sich erklären, dass an allen Stellen der Erdoberfläche in etwa dieselbe Schwerebeschleunigung (Richtung und Länge des Kraftpfeils) herrscht? Wenn Sie Annahmen machen müssen, begründen Sie diese stichhaltig und überprüfbar.
  42. Nehmen wir für einen Moment an, die Erde sei eine Kugel mit einem Durchmesser von 12.756 km bei einer Umdrehung am Tag. Die Schwerebeschleunigung an der Oberfläche beträgt jederzeit mess- und nachprüfbar durchschnittlich 9,81 m/s². Wenn Sie befürchten, dass bei einer Umfangsgeschwindigkeit von ca. 1670 km/h (40.000 km / 24 h) am Äquator dort alles nach außen wegfliegen würde, berechnen Sie an Hand der Ihnen bekannten Gleichungen für die Zentrifugalkraft dieselbe am Äquator! Wie hoch ist dann die resultierende Schwerebeschleunigung am Äquator? Nach diesem einfachen Modell, um wieviele Prozent ist die Schwerebeschleunigung am Äquator niedriger als an den Polen? Diskutieren Sie an Hand der Erkenntnisse, inwieweit am Äquator bei der genannten Umfangsgeschwindigkeit alles weg fliegt. (Diese Aufgabe erfordert Mathematik auf dem Niveau der 8. Volksschulklasse).
  43. Ergänzungsaufgabe: Wenn Sie annehmen, dass die Erde eine Scheibe mit einem Durchmesser von 40.000 km ist, die sich einmal am Tag dreht, wie hoch ist dann im Vergleich die Fliehkraft am Rand der Scheibe oder, sagen wir, in Sydney? Zeigen Sie auf, in welchen Reiseberichten davon die Rede ist.
  44. Noch eine Ergänzungsaufgabe. Nehmen wir an, die Erde sei in etwa kugelförmig und drehe sich einmal am Tag. Nach einer häufig geäußerten Ansicht müsste wegen der Umfangsgeschwindigkeit von über 1600 km/h am Äquator alles weg fliegen, vor allem das Wasser. Wie sehen Sie die Verhältnisse in einer Wäscheschleuder, die sich einmal am Tag dreht? Fliegt da alles weg? Wird die Wäsche trocken?
  45. Wenn die Erde flach wäre, könnte man in der Tat mit dem bloßen Auge keine Erdkrümmung sehen. Erwarten Sie für eine grob kugelförmige Erde, die Krümmung mit bloßem Auge sehen zu können? Die „Glaubisten“ gehen bekanntlich von einem Durchmesser der Erde von etwa 12.756 km aus. Wenn man eine Kugel dieser Größe auf einen handelsüblichen Globus von ca. 32 cm Durchmesser maßstäblich verkleinern würde (Maßstab ca. 1:40 Millionen), wie groß wäre dann in etwa ein im selben Maßstab verkleinerter Mensch? 1. Um welchen Faktor größer als ein durchschnittlicher Mensch (Annahme: 1,75 m) ist der Durchmesser der Erde? 2. Würden Sie annehmen, dass ein Beobachter, der um diesen Faktor kleiner ist als besagter (Modell-) Globus, dessen Oberflächenkrümmung mit bloßem Auge erkennen könnte? Begründen Sie Ihre Ansicht!
  46. Machen wir ein kleines Gedankenexperiment und nehmen für einen Moment an, die Erde sei in etwa kugelförmig mit einem mittleren Radius von 6371 km. Sie stehen auf einer kleinen Anhöhe an einem Strand und sehen in jeweils 20 km Entfernung zwei Schiffe. Die beiden Schiffe seinen voneinander ebenfalls 20 km entfernt. Damit ergibt sich in der Draufsicht ein gleichseitiges Dreieck mit einer Kantenlänge von 20 km:schiffe-dreieckMit Hilfe des Satzes von Pythagoras kann man die Strecke D (die Höhe des gleichseitigen Dreiecks) zu etwa 17,32 km berechnen. An der Stelle X befindet sich im Runde-Erde-Modell die höchste Stelle des „Wasserbuckels“ (der bei einer runden Erde gar keiner ist) zwischen den beiden Schiffen. Mit Hilfe des Cosinussatzes lässt sich dessen „Höhe“ zu ca. 7,85 m berechnen. Denken Sie, dass Sie mit bloßem Auge diese 7,85 m auf eine Entfernung von mehr als 17 km erkennen können? Vermutlich nicht. Können Sie umgekehrt mit Sicherheit sagen, wenn Sie diese 7,85 m nicht erkennen können, dass die Wasserlinie perfekt flach ist? Oder anders gefragt: Wenn Sie diese 7,85 m nicht mit bloßem Auge sehen können, ist das ein Beweis dafür, dass die Erde flach ist?
  47. GPS wurde ursprünglich von den US-amerikanischen Streitkräften entwickelt, um an jedem Ort der Erdoberfläche über eine zuverlässige Positionsinformation für Soldaten und Waffensysteme zu verfügen. Wenn die Erde flach ist und es daher keine Satelliten gibt, die sie umkreisen, wie kann dann ein solches System funktionieren, beispielsweise auf dem Meer (Schiffsnavigation) oder in Feindesland, falls Krieg ist? Begründen Sie Ihren Vorschlag und geben Sie eine Abschätzung, wie realistisch er ist. Berücksichtigen Sie dabei auch die physische Größe der Antennen in handelsüblichen Navigationsgeräten. Nutzen Sie Ihr Expertenwissen im Bau nachrichtentechnischer Systeme!
  48. Wenn die Erde flach ist, müsste sie ja nachgemessenermaßen (und bislang von Flache-Erde-Anhängern weitgehend unbestritten) ca. 40000 km Durchmesser haben. Der Äquator läge dann ca. 10000 km vom Nordpol (vom Mittelpunkt) entfernt. Die Sonne schwebt angeblich ca. 6000 km über dem Äquator (plus / minus 23 Grad wegen der Jahreszeiten) und ist wiederum 60 oder mehr km groß, je nachdem, wen man fragt. Das bedeutet, die größtmögliche Entfernung eines Betrachters zur Sonne beträgt ungefähr 30600 km, nämlich dann, wenn die Sonne über einem bestimmten Punkt am Äquator steht und der Betrachter genau gegenüber von diesem Punkt am „Eisrand“. Der Winkel, unter dem der Betrachter die Sonne sehen würde, beträgt arctan (6000 km / (10000+20000) km) = 11,4°:sonne(Die Zeichnung ist nicht maßstäblich.) Die Frage hieraus: Wie erklären sich a) die Bewegung der Sonne über der Erdscheibe sowie b) Sonnenauf- und -untergang.
  49. Einen halben Tag später sähe die Situation so aus: Die Sonne wäre um eine halbe „Umdrehung“ weiter gewandert und stünde immer noch über dem Äquator, dieses Mal aber auf der anderen Seite des Nordpols:sonne2
    In allen Zwischenpositionen betrüge der Betrachtungsabstand zwischen 11600 km und 30600 km und der Betrachtungswinkel zwischen 11,4° und 31°. Niemals würde die Sonne in der Situation untergehen können. Begründen Sie, warum das Modell Ihrer Meinung nach die Beobachtungen in der Natur trotzdem richtig beschreibt.
  50. Wie berechnet, betrüge der maximale Abstand zur Sonne unter den o.g. Annahmen ca. 30.600 km. An jedem anderen Betrachtungsstandort wäre der Winkel größer, weil sich der Beobachter näher an dem Punkt befände, über dem die Sonne steht. Das bedeutet zweierlei: Die Sonne wäre zwangläufig von jedem Punkt der Erdscheibe aus zu sehen und könnte nie untergehen (außerdem gibt es auf einer Ebene keinen Horizont). Zweitens wäre der Betrachtungsabstand am Eisrand ca. 5x so groß wie an der Stelle, über der die Sonne gerade steht (dort wären es ja nur 6000 km), und damit wäre die scheinbare Größe der Sonne am Eisrand nur ein Fünftel so groß wie direkt „unter“ der Sonne am Äquator. Soweit bekannt, wurde bislang nirgendwo berichtet, dass die Sonne am Äquator 5x so groß erscheint wie am Rand der Antarktis. Wie erklären Sie diese Diskrepanz?
  51. Noch eine Frage zur scheinbaren Größe der Sonne: Wenn man die Sonne professionell mit einem Graufilter fotografiert, so dass sie scharf abgebildet ist, warum ist sie am Abend gleich groß (ev. sogar größer), wenn sie untergeht, wenn sie dann doch viel weiter entfernt sein sollte als zu Mittag?
  52. Wenn die Erde flach ist und die Sonne über der Scheibe eine kreisförmige Bahn beschreibt, dann müsste die Sonne aus Sicht einen Beobachters am „Rand“ aus perspektivischen Gründen eine Ellipse beschreiben und für einen Beobachter in der Mitte der Scheibe (d.h. am Nordpol) einen Kreis um ihn herum. Nennen Sie Reiseberichte, in denen das glaubhaft dokumentiert wird.
  53. Nehmen wir für einen Moment an, die Erde sei flach. Lassen Sie uns den Abstand der Sonne zur Erdscheibe berechnen. Dazu betrachten wir den höchsten Sonnenstand mittags zu Sommer- bzw. Winteranfang am 21.06. bzw 21.12. und rechnen mittels einer einfachen trigonometrischen Rechnung den Abstand aus.
    Den höchsten Sonnenstand für München (48,1°N) kann man an den entsprechenden Tagen mit einem hinreichend genauen Winkelmesser ausmessen (am Sommeranfang muss man das wegen der Sommerzeit um 13:00 Uhr tun). Wenn man das genau misst, kommt man für Sommeranfang auf 65,3° und für Winteranfang auf 18,5°. Für andere Orte in Deutschland gelten leicht andere Werte – in Flensburg (54,8°N) beispielsweise sind das 58,7° und 11,9°. Aber bleiben wir bei München.
    Der nördliche Wendekreis liegt auf 23,5°N, der südliche auf 23,5°S. Es wird wohl kaum bestritten, dass die Sonne zu den Sonnenwendzeiten senkrecht über dem jeweiligen Wendekreis steht (deswegen heißt der so). Die Situation sieht also von der Seite so aus (nicht maßstäblich gezeichnet):

    Der Sonnenstand in München zu Sommer- und Winteranfang.

    Der Sonnenstand in München zu Sommer- und Winteranfang.

    Die Abstände 2733 km und 7955 km berechnen sich so: Ein Breitengrad entspricht einem Abstand von ca. 111 km (40000 km / 360°). Da München 24,6° (48,1° – 23,5°) vom nördlichen Wendekreis entfernt ist und 71.6° (48,1° + 23,5°) vom südlichen, ergeben sich diese beiden Werte durch eine einfache Multiplikation.
    Erinnern wir uns an den Schulunterricht. Der Tangens eines Winkels im rechtwinkligen Dreieck ist definiert als Gegenkathete a zu Ankathete b:

    Winkel und Seiten im rechtwinkligen Dreieck.

    Winkel und Seiten im rechtwinkligen Dreieck.

    In der Formelsprache der Mathematik heißt das: tan α = a/b, oder für den Winkel β analog dazu: tan β = b/a.

    In der o.g. Zeichnung der Sonnenstände entspricht hierbei der Abstand München – Wendekreis der Gegenkathete a und der Abstand Erde-Sonne der Ankathete b. Dazu denken wir uns das Dreieck im Uhrzeigersinn gedreht, so dass die Strecke a waagerecht liegt und der Punkt A oben, d.h. er repräsentiert die Sonne. Punkt B ist München. Punkt C ist der Fußpunkt der Sonne am Wendekreis. Der Winkel β repräsentiert den Sonnenstandswinkel. Diesen Winkel und den Abstand a kennen wir. Da wir die Gegenkathete ausrechnen wollen, müssen wir die Gleichung etwas umstellen:

    b = a * tan β

    Wenn wir damit den Taschenrechner bemühen, kommen wir für den Sommeranfang auf:

    b = 2733 km * tan 65,3° ≈ 5941 km

    und für den Winteranfang auf:

    b = 7955 km * tan 18,5° ≈ 2662 km, also viel weniger als die Hälfte!

    Wie erklären Sie diese Diskrepanz? Können Sie sich vorstellen, dass die Sonne dermaßen über der Erde „herumeiert“?

    Wenn Sie bis hierher folgen konnten, dann betrachten Sie die Situation doch mal von Süden, aus der geografischen Breite von Christchurch, Neuseeland auf 43,5°S. Nehmen Sie die beiden Kilometerwerte für die Höhe der Sonne und rechnen Sie aus, unter welchem Winkel jeweils die Sonne zu sehen sein müsste, wenn das zugrunde legende Modell (Flache Erde) stimmt. Prüfen Sie dann an Hand von Reiseberichten, ob das plausibel ist. Oder fahren Sie hin und schauen selbst nach.

    Abstand Christchurch – südlicher Wendekreis = (43,5° – 23,5°) * 111 km = 2220 km
    Abstand Christchurch – nördlicher Wendekreis = (43,5° + 23,5°) * 111 km = 7437 km

    Höhe der Sonne über dem südlichen Wendekreis am 21.12., wie weiter oben ausgeführt: 2662 km. Über dem nördlichen am 21.06.: 5941 km. Daraus ergibt sich für den Betrachtungswinkel:

    Sommeranfang 21.12.: β = arctan (2662 km / 2220 km) ≈ 50,2°
    Winteranfang 21.06.:   β = arctan (5941 km / 7437 km) ≈ 38,6°

    Können Sie das aus Berichten oder eigener Beobachtung bestätigen? Da Christchurch auf ähnlicher südlicher Breite liegt (43,5°) wie München auf nördlicher (48,1°) sollte man erwarten, dass sich die jeweiligen Sonnenstände zu den Sonnenwendzeiten nicht sehr stark unterscheiden. Die Sonne kann ja nicht gleichzeitig 5941 km und 2622 km hoch sein.

    Wenn Ihnen Neuseeland zu weit ist zum reisen, können Sie das Gedankenexperiment auch mit Buenos Aires oder Kapstadt machen, oder irgendeiner anderen Stadt in diesen südlichen Breiten, die Ihnen gerade einfällt. Den dazugehörigen Breitengrad finden Sie auf jeder Landkarte.

    Übrigens lässt sich der Widerspruch ganz leicht auflösen, wenn man eine kugelförmige Erde annimmt und eine Sonne, deren Abstand zur Erde sehr viel größer ist als der Durchmesser der Erde.

  54. Nehmen wir für einen weiteren Moment an, die Erde sei flach, und der Abstand vom Nordpol zum Äquator betrage ca. 10000 km (siehe Grafik). Was folgt daraus für den Umfang des Kreises „Äquator“ (die dargestellte rote Linie)? Nach den bekannten Kreisgleichungen müsste er U = 2* π * r betragen. Mit r = 10000 km ergäbe sich ein Wert von ca. 62800 km, nicht die aus der Navigation bekannten ca. 40000 km. Was stimmt hier nicht?

    Die flache Erde bei pravda-tv.

    Die flache Erde bei pravda-tv.

  55. Kommen wir zur Solarkonstante. Diese beträgt (soweit ich weiß, von Flacherdlern unbestritten) ca. 1367 W/m² am Äquator und in Richtung Pole entsprechend dem Cosinus der geografischen Breite weniger. (Streng genommen nur zu Frühlings- und Herbstanfang – man muss die jeweilige geografische Breite des Sonnenstands einbeziehen). Wenn jetzt die Sonne 60 km Durchmesser hätte und 6000 km über der Erdscheibe schwebte, dann könnte man ausrechnen, wieviel Energie die Sonne insgesamt abstrahlt (und demzufolge erzeugen muss – anderes Thema). Dann kann man auch leicht ausrechnen, wie hoch die jeweilige Strahlungsdichte (die mit dem Quadrat des Abstands abnimmt sowie mit dem Cosinus des Einfallswinkels) am jeweiligen Standort ist. Den Abstand kann man wie genannt mit dem Pythagoras leicht ausrechnen. Leider stimmt das aber alles überhaupt nicht mit den in der Natur gemessenen und bekannten Werten überein. Warum?

  56. Wenn Sie von einem Durchmesser der Sonne von 60 km ausgehen, beschreiben Sie einen hypothetischen physikalischen Aufbau und die Art ihrer Energiegewinnung. Berechnen Sie ihre physikalische Masse. Welcher Brennstoff und welche physikalischen Prozesse würden erklären, dass die Sonne offensichtlich seit mindestens tausenden von Jahren (seit es darüber Aufzeichnungen gibt) ohne Unterbrechung scheint? Gegeben sei die allseits bekannte Solarkonstante von ca. 1367 W/m².
  57. Machen Sie mit einem Freund ein kleines Experiment. Sie fahren mit dem Bus und nehmen einen leuchtend roten möglichst leichten Ball (beispielsweise aus Schaumstoff und 10 Zentimeter groß) mit. Stellen Sie sich an die Ausgangstür, der großen Fensterscheibe wegen. Ihr Freund steht am Straßenrand und beobachtet, wie Sie vorbei fahren. In dem Moment, in dem der Bus an der Stelle vorbei fährt, an der Ihr Freund steht, werfen Sie den Ball zu ihrem Freund gewandt genau senkrecht nach oben und fangen ihn wieder auf, so dass er die Decke des Busses gerade nicht berührt, der Ball also frei fliegt. Anschließend fragen Sie ihren Freund, welche Flugkurve der Ball aus seiner Sicht gemacht hat. Alternativ: springen Sie im Moment der Vorbeifahrt in die Höhe und fragen Sie Ihren Freund nachher nach der Flugkurve Ihres Kopfes. Ist der Ball (sind Sie) mit einem Schlag an die hintere Buswand geflogen, wie häufig befürchtet wird? Beschreiben und begründen Sie die Beobachtungen!
  58. Wiederholen Sie dieses Experiment „an Land“, zum Beispiel auf dem Gehsteig. Werfen Sie den Ball senkrecht in die Luft und fangen Sie ihn wieder auf. Wiederholen Sie das, indem Sie sich in unterschiedliche Richtungen drehen. Was beobachten Sie? Beschreiben Sie eventuelle Unterschiede.
  59. Nachdem der Bus sich im Bus-Experiment eindeutig fortbewegt hat und der Ball nach Ihrer Beobachtung senkrecht in die Luft geflogen und wieder herunter gefallen ist, können Sie aus dem zweiten Experiment schließen, dass die Erde still steht, d.h. sich nicht dreht?
  60. Ein weiteres kleines Experiment. Stellen Sie ein Gefäß, beispielsweise einen Kochtopf, auf eine drehbare Unterlage, beispielweise eine Töpferscheibe. Füllen Sie das Gefäß mit Wasser. Legen Sie auf die Wasseroberfläche einen länglichen Gegenstand wie einen Schaschlikspieß aus Holz. Zunächst ist alles in Ruhe. Nun drehen Sie die Töpferscheibe mit konstanter Geschwindigkeit. Beobachten Sie den Schaschlikspieß. Was macht er a) unmittelbar nach Beginn der Drehbewegung b) nach einigen Minuten? Schließen Sie daraus: Was bedeutet das für die Atmosphäre eines Planeten, der kugelförmig ist und sich dreht, nach einer längeren Zeit, zum Beispiel mehreren Tausend oder Millionen von Jahren? Wird sie still stehen a) gegenüber dem umgebenden Raum oder b) gegenüber der Oberfläche des Planeten? Erklären Sie an Hand dieser Überlegung, warum die Windgeschwindigkeit am Äquator nicht 1670 km/h beträgt.
  61. Wenn die Erde flach ist, wie kann es sein, dass einige Menschen davon berichten, an beiden Polen existierten große Eingänge in die innere Erde, und speziell am Südpol seien schon diverse UFOs beim Ein- und Ausfliegen gesichtet worden? Für wie glaubhaft halten Sie solche Behauptungen, wenn Sie wissen, dass diese Leute selbst noch nie dort waren, bzw. noch nie dort gewesen sein können, weil ja nach Ihrer Ansicht die Antarktis nicht existiert, sondern nur der Eisrand?
  62. Wieso gibt es auch am südlichen Sternenhimmel einen Himmelspol? Und wieso umrunden die Sterne diesen Pol im Uhrzeigersinn, während sie am Nordhimmel gegen den Uhrzeiger um den Pol laufen? (Der südliche Himmelspol und vor allem das lichtschwache südliche Polarsternchen Sigma Octantis werden nach meiner Erfahrung von den Flacherdlern erbittert bekämpft. Was ich mich dabei immer frage: Gibt es eigentlich auch Flache-Erde-Anhänger in Australien? Und bestreiten die dann die Existenz unseres Polarsterns?) Wenn Sie daran zweifeln: Fahren Sie doch einfach hin und sehen Sie nach!
  63. Wie lassen sich mit Hilfe der flachen Erde wiederkehrende Meteorströme erklären? Werden diese auch „kreisförmig“ auf die Erde aufgebracht? Wieso kommen diese regelmäßig und nicht eher zufällig?

Also ich kann diese Fragen im Flache-Erde-Modell nicht insgesamt widerspruchsfrei beantworten, und manche Fragen noch nicht einmal isoliert. Wer traut sich ran?

Es kann sein, dass einige Fragen doppelt oder in ähnlicher Form mehrfach vorkommen. Ich habe noch nicht aufgeräumt.

Ergänzungen und Berichtigungen nehme ich dankend entgegen! 🙂

Macht Katzenfutter wie Whiskas süchtig?

Wie einige wissen werden, beschäftige ich mich seit einer Weile mit dem Thema Verschwörungstheorien. Dabei geht es in der Regel um harten Stoff wie Illuminaten, Chemtrails und die „BRD-Lüge“.

Neulich kam mir aber etwas vor die Füße, das man selbst bei gutem Willen nur als skurril bezeichnen kann. Seit einer Weile sei bekannt, dass der Hersteller von Whiskas dem Futter irgendetwas untermischt, das die Katzen abhängig oder süchtig macht. Ähnliches wird auch über die Marken „Felix“ oder „Sheba“ berichtet.

Wie sich das für einen tüchtigen Verschwörungstheoretiker gehört („google doch mal selbst!!!“, „informier dich mal richtig!!!“) habe ich mal gegoogelt. Innerhalb von einer Minute war klar, Google liefert ausschließlich Fundstellen in diversen Katzenliebhaber- und Hausfrauenforen (talkteria.de, samtpfoetchen.de, katzen-links.de, gutefrage.net, allmystery.de, cleverefrauen.de, und andere) sowie bei dem einen oder anderen Tierheilpraktiker. Das begann etwa 2004 – ältere Fundstellen waren auf Anhieb nicht zu finden. Beiträge in Zeitungen oder Zeitschriften, seriöse Testberichte oder wissenschaftliche Untersuchungen: Fehlanzeige. Das ist noch kein Beweis, aber schon mal ein starkes Indiz dafür, dass die Behauptung auf ziemlich dünnem Eis steht.

Wenn man sich die Fundstellen genauer anschaut, wird schnell klar, dass es sich um eine bunte Sammlung von Hörensagen, Gerüchten und Anekdoten handelt, nach dem überspitzt dargestellten Prinzip „die Putzfrau des Taxifahrers meines Briefträgers hat erzählt“ oder „ich hab irgendwo gelesen“. Eine Primärquelle ist nicht zu finden (ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen).

Beispielhaft sei die Seite einer Tierheilpraktikerin genannt, die schreibt „Es könnte auch mit Zusatzstoffen, wie Lockstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker gearbeitet werden. Diese machen Ihre Katze u.U. süchtig nach dieser einen Marke.“  Sowas nennt man gemeinhin „anecdotal evidence“. Sie schreibt weiter: „Whiskas wird auch in Tierversuchen getestet, das hat der Konzern selber auf Nachfrage von der Tierschutzorganisation Peta bekanntgegeben“. OK, man hat also das Produkt testhalber an Katzen verfüttert, um zu prüfen, ob die das überhaupt mögen. TIERVERSUCHE, weißte?

Einige Forennutzerinnen schreiben sinngemäß: „Ich habe meiner Katze mal Whiskas (Sheba, Felix, …) gegeben, und nachher wollte sie nichts anderes mehr fressen.“ Ich weiß nicht, was „anderes“ die Nutzerinnen ihren Katzen nachher alles angeboten haben, aber offenbar hat das den als eigenwillig bekannten Feliden schlicht nicht mehr geschmeckt. Vielleicht waren sie auch nur mal einen Tag schlecht drauf. Leute, wissenschaftlich arbeiten und statistisch belastbare Ergebnisse abliefern geht anders.

(Ob man Katzen und Hunden unbedingt Dosenfutter anbieten muss, oder ob man sogar den m.E. abwegigen Versuch machen soll, Fleischfresser vegan zu ernähren, lasse ich offen. Das muss jeder selber wissen.)

Es dürfte kaum überraschen, dass mich das nicht überzeugt. „Ich hab mal irgendwo gelesen“, „Bekannte von uns sagen“ und „ich glaube, da ist viel (dies und das) drin“ sind die Klassiker des esoterischen Gewerbes.

An all dem ist bestimmt die Merkel schuld. Seit die Kanzlerin ist, fressen die Katzen nur noch Whiskas.

(Disclaimer: Nein, ich habe selbst keine Katze. Das muss ich aber auch nicht, um Bullshit zu erkennen.)