Wie war das noch mit Chemtrails?

Seit dem Frühjahr 2015 beschäftige ich mich mit den unterschiedlichsten Verschwörungs“theorien“. Da gibt es ja die lustigsten Weltbilder. Die drei offensichtlich absurdesten sind a) die Hypothese, die Bundesrepublik Deutschland sei in Wahrheit kein Staat, sondern eine GmbH im Besitz der Amerikaner, b) die Erde sei keine Kugel, sondern flach und c) wir werden alle mittels per Flugzeug ausgebrachter Chemikalien und Schwermetalle vergiftet (Chemtrails). Absurd deswegen, weil jeder beobachten kann, dass die behaupteten Folgen offensichtlich nicht eintreten. Ohne mich in die Psychologie verlieren zu wollen, es scheint bei all diesen Weltbildern hauptsächlich darum zu gehen, für gefühlt komplexe Sachverhalte super-einfache Erklärungsmodelle zu finden und unter allen Umständen daran festzuhalten. Anders gesagt: Man stellt Prämissen auf und hält sich an diesen fest. Widersprüche zu den Prämissen werden als Teil der Verschwörung angesehen (so wie dieser Beitrag hier). So wird beispielsweise behauptet, Rauchen sei überhaupt nicht gesundheitsschädlich; im Gegenteil bildeten die Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs eine Art „Schutzschicht“ in den Bronchien gegen all die Gifte, die die Regierung tagtäglich über uns aussprüht, um die Bevölkerung zu reduzieren. Wenn man Husten und Bronchitis hat, sei das alleine die Schuld der bösen Mächte DA OBEN, die uns weis machen wollen, Rauchen sei ungesund, und der Pharmaindustrie, die damit Millionen verdient. Lungenkrebs bekäme man nur, wenn man irgendein unverarbeitetes Problem in der Kindheit hatte. Belege dafür? Fehlanzeige.

Wissenschaft funktioniert anders. Wissenschaft funktioniert durch Beobachtung und Beschreibung der Beobachtung mittels mathematischer und physikalischer Methoden. Das Ziel ist es, das Beobachtete berechenbar zu machen und im Rahmen des Modells zutreffende und überprüfbare Vorhersagen zu machen. Wenn sich irgendwann herausstellt, dass ein Modell nicht widerspruchsfrei funktioniert, keine zutreffenden Vorhersagen macht oder irgendwelche neu beobachteten Randbedingungen nicht richtig beschreibt, gehört es auf den Müll und überarbeitet. Unabdingbar ist es, dass wissenschaftliche Experimente im Prinzip durch jedermann nachvollziehbar und vor allem falsifizierbar sind. Denkmodelle wie Religionen oder Verschwörungstheorien sind gerade das sehr häufig nicht – sie ersetzen Erkenntnis durch Dogma.

Dass Vertreter der besagten Weltbilder sehr häufig nicht in der Lage sind, einen einzigen Satz fehlerfrei zu Papier zu bringen, macht einen nachdenklich. Auch der Umstand, dass man von Anhängern dieser Weltbilder auf Anfrage selten brauchbare Auskünfte bekommt, sondern eher Antworten nach dem Motto „informier Dich mal richtig!“ – „Auf YouTube gibt es Videos dazu“ – „Wacht endlich mal auf!“ macht nicht unbedingt einen Vertrauen erweckenden Eindruck.

Über BRD-GmbH, Flache Erde und Chemtrails ist eigentlich schon alles geschrieben und gesagt worden. Eine gute Quelle zum Thema BRD-GmbH ist das Sonnenstaatland-Buch; über andere Gedankenwelten findet sich alles im Wiki von psiram.com, und zu Chemtrails gibt es das Chemtrails-Handbuch.

In diesem Beitrag möchte ich mich nur mit zwei Aspekten zu Chemtrails beschäftigen, die für meinen Geschmack bisher etwas unterbelichtet sind, die aber Chemtrails so offensichtlich unplausibel machen, dass man darüber reden muss: der auszubringenden Menge, und den chemischen Eigenschaften von Aluminium.

Zum Thema Mengen kann man sich mit einem simplen Taschenrechner vergewissern, dass es praktisch ausgeschlossen ist, dass eine der behaupteten Wirkungen eintritt. Die European Food Safety Authority geht von einer maximal tolerierbaren oralen Aufnahme von Aluminium mit der Nahrung von 1 mg pro Woche pro Kilogramm Körpergewicht aus; für einen Erwachsenen also beispielsweise von 75 mg pro Woche. Da diese Studie sehr konservativ und mit einem sehr großen Sicherheitspuffer rechnet, dürfen in der Praxis die Werte vermutlich auch höher sein – aber gehen wir mal von diesem Wert aus. Wohl gemerkt, wir gehen hier von der oralen Aufnahme aus, und nicht von lockerem Bestreuen aus einer Höhe von zehn Kilometern.

Mengenlehre

Um jeden Menschen zu erwischen (wir wollen ja schließlich die ganze Bevölkerung vergiften und umbringen!) müsste man das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland flächendeckend bestreuen. Wenn wir mal annehmen, dass ein Mensch von oben gesehen in etwa eine Fläche von 50×50 cm² einnimmt, müsste man also pro Woche 4*75 mg = 300 mg pro Quadratmeter streuen. Die BRD hat eine Gesamtfläche von ca. 360000 km² oder 360 Milliarden (360000 * 1000 * 1000) Quadratmetern. Das würde bedeuten, man müsste PRO WOCHE eine Menge von 108.000 Tonnen reines Aluminiumpulver ausbringen. Im Jahr wären das 5,6 Millionen Tonnen alleine über der BRD. Nun betrug die Weltjahresproduktion von Aluminium 2014 ca. 52 Millionen Tonnen, in Europa 7,7 Millionen Tonnen. Eine böse BRD-Regierung müsste also mehr als die Hälfte der europäischen Jahresproduktion versprühen, und da wären die anderen europäischen Länder noch gar nicht berücksichtigt. Ob das vielleicht irgendwem auffallen würde? An sich kann man hier aufhören. So viel Aluminium steht für diesen Zweck schlicht nicht zur Verfügung.

So weit, so gut. Wenn mir jetzt jemand glaubhaft belegt, wie jede Woche in Deutschland irgendwo 108.000 Tonnen Aluminium aus der Rechnung verschwinden können, ohne dass es einer merkt, dann können wir weiter reden. Ich wüsste auch gerne, wo die vielen LKWs oder Züge sind, mit denen jede Woche 108.000 Tonnen irgendwas in Deutschland transportiert werden. Von den anderen Ländern haben wir dann wie gesagt noch gar nicht gesprochen. Bis dahin erlaube ich mir den Hinweis, dass das alles ein gigantischer Blödsinn ist, der nur den Verbreitern solch alarmistischer „Nachrichten“ nützt.

Dem könnte man entgegnen, okay, dann wird halt weniger und gezielt gesprüht, nur über den großen Städten. Dem steht aber entgegen, dass es aus wettertechnischen Gründen praktisch ausgeschlossen ist, so gezielt aus 10-11 km Höhe zu „sprühen“. Wer den Vulkanausbruch auf Island im Jahr 2010 beobachtet hat, weiß, was ich meine: Feinste Staubteilchen sinken sehr, sehr langsam zu Boden und werden von den Höhenwinden über riesige Entfernungen transportiert. Man findet sie teilweise tausende Kilometer entfernt. Nur größere Ascheteilchen und -brocken sinken schnell zu Boden – größere Aluminiumteilchen oder -brocken in Städten wurden allerdings noch von niemandem beobachtet oder behauptet. Wenn also ein Chemtrail-Gläubiger wieder einmal behauptet, dass da einer oben drüber geflogen ist, und wenige Minuten später habe man ein Kratzen im Hals verspürt von all diesem Gift, so ist das schlicht eine paranoide Hypochondrie, denn in wenigen Minuten können Feinstaubteilchen niemals aus 10 km Höhe auf den Boden sinken, und schon gar nicht dort, wo der Flieger geflogen ist, denn in diesen Höhen ist es niemals windstill.

Chemische Eigenschaften

Dazu kommt dann noch der Umstand, dass es keine technische Möglichkeit gibt, Aluminium in elementarer Form aus einer Flughöhe von 10 km bis zum Boden zu bringen. Auf Grund seiner chemischen Eigenschaften oxidiert Aluminium an der Luft sehr schnell zu Aluminiumoxid (Al2O3). Die Oberfläche von Feinstaub im Verhältnis zum Volumen ist riesig; eine solche Oxidation fände binnen Minuten statt – erst recht, wenn, wie behauptet, das Aluminium bei einer Verbrennungstemperatur von ca. 2000°C durch eine Flugzeugturbine geblasen würde, egal, ob als Al-Staub oder in gelöster Form im Kerosin. Da hinten käme alles mögliche heraus, aber ganz sicher kein elementares Aluminium.

Nun ist Aluminiumoxid aber eine chemisch sehr beständige Verbindung – nicht umsonst braucht man Aluminium-Bauteile nicht zu lackieren. Sie sind von ganz alleine wetterfest, weil sich eine Al2O3-Schicht bildet, die die weitere Korrosion wirksam verhindert. Anders gesagt, wenn jemand etwas versprühen würde, dann käme in jedem Fall harmloses Aluminiumoxid zu Boden. Die besagten 300 mg pro m² und Woche würden sich dann, ohne dass es irgendwem auffällt, mit den übrigen 146 Mrd. Tonnen Al-Verbindungen vermischen, aus denen der Erdboden ohnehin besteht (die Zahl habe ich mir aus den Fingern gesogen, aber es dürfte klar sein, wie das gemeint ist). Aluminium ist das dritthäufigste chemische Element der Erdkruste und das häufigste Metall überhaupt. Wir laufen jeden Tag darauf herum und atmen die Stäube ein, und das seit über 4  Millionen Jahren (mal vom Australopithecus an gerechnet). Wir bauen unser Gemüse darauf an. Wir züchten unsere Nutztiere darauf. Wir bauen unsere Häuser damit. Wir tragen Aluminiumoxid als Schmucksteine (Saphire, Rubine). Wir nutzen Al2O3 als Korund für Schleifpapier. Als Kinder fressen wir den Sand im Sandkasten (Ok, hauptsächlich Siliziumdioxid, aber mit Beimengungen durch diverse Spate und andere Al-Verbindungen). Wenn das irgendwie giftig wäre, dann wäre die Menschheit, und alles andere gleich mit, längst ausgestorben. Statt dessen verdoppelt sich derzeit die Weltbevölkerung in weniger als 100 Jahren. Wenn das eine Verschwörung ist, dann jedenfalls die erfolgloseste seit Adam und Eva.

Für Barium, Strontium usw. gilt ähnliches. Das sind alles unedle Metalle, die elementar darzustellen einen erheblichen Aufwand bedeutet, geschweige denn in den Mengen, von denen wir hier reden (müssten). Ich fordere jeden, der an Chemtrails glaubt, dazu auf, dazu einen Taschenrechner in die Hand zu nehmen und eine glaubwürdige Berechnung (mit Nennung von Primärquellen) vorzulegen, die die Behauptung stützt. Begründete Annahmen sind zulässig. Also, mal ein kleines bißchen wissenschaftlich zu arbeiten.

Wie groß ist diese Verschwörung?

Zuletzt noch eine Überlegung, die dem ganzen Thema endgültig die Luft raus lässt. Wie viele Menschen müssten wohl an einer logistischen Operation dieser Größenordnung (5,6 Millionen Tonnen Aluminium jedes Jahr) beteiligt sein?

  • Heimliches Abzweigen dieser Menge Aluminium, ohne dass es jemand merkt: davon wären Händler an den Rohstoffbörsen weltweit betroffen; Arbeiter in den Werken; Verladepersonal; Transportunternehmen; Bahn; Gießereimitarbeiter; …
  • Auflösen von 5,6 Millionen Tonnen Aluminium (in Form einer exotischen benzinlöslichen Verbindung) in Kerosin oder Ausbringen in Staubform: sicherlich Tausende Mitarbeiter in den Raffinerien; Tankpersonal; Hersteller von Flugzeugtriebwerken (die müssten dafür ja spezifiziert werden, damit sie nicht kaputt gehen); Hersteller von Flugzeugen (Zusatztanks oder anderen Lademöglichkeiten für Metallstäube); Flugzeugmechaniker; Wartungspersonal; und andere.
  • Piloten: die müssen die Treibstoffmenge je nach Ladezustand und Abfluggewicht eines Flugzeugs berechnen.
  • bestimmt noch weitere Personengruppen, die ich mir hier aber wohl schenken kann.

Ich schätze mal, um sowas weltweit (so wird es ja behauptet) über viele Jahre darzustellen, müssen Millionen mittelbar und unmittelbar an der Herstellung von Aluminium und an der Erbringung von Flugtransportleistungen beteiligte Menschen davon wissen oder würden es zwangsläufig irgendwann mitbekommen. Ich verweise hier auf die Studie im Fachblatt PLOS vom Januar 2016. Und davon soll keiner irgendwann ein schlechtes Gewissen bekommen und plaudern? Davon abgesehen, dass es deren Familien und sie selbst ja auch träfe???

Aber wie schon eingangs gesagt: Hardcore-Chemtrail-Gläubige werden sich von solchen Sachargumenten nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wenn sie überhaupt in der Lage wären, einfachste Berechnungen und anorganische Chemie auf Hauptschulniveau nachzuvollziehen, werden sie solche Informationen gezielt ausblenden, um sich weiterhin in ihrer Verschwörung suhlen zu können. Bloß nicht die Prämissen aufgeben!

 

[Update 07.07.2016]

Noch ein Hinweis zu der gerne genannten Behauptung „Aber ich kann es doch mit eigenen Augen sehen! Da! Schau doch mal hoch!!!“

Nein, kannst Du nicht. Das letzte, auf das Du Dich verlassen kannst, ist Dein Sehvermögen und das, was Dein Hirn daraus macht. Siehe hier.

 

[Update 19.07.2016]
Oder den hier.

 

[Update 02.09.2016]

Nachtrag zum Thema Größe der Verschwörung, Geheimschutz. Unter Leuten, die sich mit den Themen Geheimschutz und Verschlusssachen (VS) beschäftigen, gilt die Devise: „Der Umgang mit VS durch eine Mehrzahl von Personen steigert die Gefahr der Offenbarung mindestens mit dem Quadrat der Anzahl der Personen.“ Wenn man nun wie oben betrachtet überlegt, wie groß die Anzahl der Mitwisser sein muss … nein, ich halte das für völlig ausgeschlossen, dass das nicht groß ans Licht kommt, und nicht nur durch einige YouTube-Videos mit irgendwelchen Leuten, die man dort aus der Tasche zieht, die irgendwer sein sollen und die irgendwas vorgeben zu wissen.

 

[Update 02.03.2017]

Noch ein Beispiel zum Thema Wahrnehmungspsychologie und Optische Täuschungen.

 

 

 

 

 

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19 Gedanken zu “Wie war das noch mit Chemtrails?

  1. Es steht ja ausser Frage das Wetter manipuliert wird. Aber es ist schon so wie du schreibst. Ich hab mich auch oft gefragt wo denn Tonnen von Aluminium bleiben sollen. Man müsste es ja auf Dächer, Strassen, Wiesen usw. glitzern sehen. Und das ist nicht der Fall. Danke für deinen Artikel.

  2. Die sog. Chemmies haben dem Thema Chemtrails einen Bärendienst erwiesen, mit der Parole „Die Regierung“ will uns alle vergiften. Das wurde von Umweltschützern lange kontrovers diskutiert. Allerdings sind Umweltschützer über viele Jahre mit ihren Warnungen zu den erheblichen Gesundheits- und Umweltschäden gegen übermächtige Lobbyseilschaften angelaufen. Durch eine „Überspitzung“, wie etwa im Kabarett und der Satire üblich, beschäftigt sich nun alle Welt mit #Chemtrails und Umweltschützer haben die Möglichkeit, in diesem Windschatten ihre Fakten zu transportieren. Vor den Chemmies selbst braucht niemand Angst haben, bis auf wenige Aktivisten kommen die kaum aus dem Quark, jeder Kaninchenverein ist effektiver!

    So warnt nun auch das Umweltbundesamt: http://www.sueddeutsche.de/news/wissen/klima-umweltbundesamt-mahnt-zum-verzicht-auf-klimaschaedliche-fluege-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-160704-99-550317

    Wer sich etwas tiefer einarbeiten möchte:

    http://rsta.royalsocietypublishing.org/content/366/1882/4007

    Weil der Stoff sehr trocken und vielschichtig ist und ab einer gewissen Stufe auch das Militär gewisse Interessen hat, werden sich viele Kritiker nicht wirkich damit beschäftigen.

    Durch die #ENMOD Konvention wären Chemtrails ohnehin verboten!

    http://www.recode.net/2014/12/11/11633680/harvards-david-keith-knows-how-to-dial-down-the-earths-thermostat-is

    • Grundsätzlich sehe ich das auch so, dass die Chemtrailer prinzipiell harmlos sind. Wenn man allerdings in einschlägigen Foren zB in Facebook liest, welche unterschwellige Gewaltbereitschaft dort teilweise besteht, Flugzeuge vom Himmel zu holen, Piloten im Landeanflug mittels Laser zu blenden oder herauszufinden, wo Piloten wohnen, dann hört der Spaß auf.

      Zudem besteht eine gewisse Überschneidung zu Anhängern der „Neuen Germanischen Medizin“, MMS (Miracle Mineral Supplement) (https://de.wikipedia.org/wiki/Natriumchlorit) und ähnlich abwegigen Spielarten, und dort geht es sehr schnell um Körperverletzung, beispielsweise wenn Chemtrailer und MMS’ler versuchen, die Vergiftung und „Parasiten“ ihrer Kinder mit wiederholten Chlordioxid-Einläufen „auszuleiten“. Man sieht dann Fotos, wo diese Leute stolz die ausgespülten „Parasiten“ präsentieren und nicht merken, dass es sich um Stücke der Darmschleimhaut handelt. Da ist dann wirklich Schluss mit lustig.

      Wenn dann das Jugendamt davon Wind bekommt, ist es nicht mehr weit bis zu Sorgerechtsverfahren, und dann kommt schnell das MIMIMI von „illegalem Kinderraub“ und „Sklavensystem“, und dann sind wir bald bei reichsbürgerlichen Ansichten von einem Staat, der gar nicht existiert oder der immer noch ein besetzter Nazistaat ist. So gesehen sind Chemtrails manchmal eine Art Einstiegsdroge.

  3. Dazu kommt auch noch dass Flugzeuge nicht viel Fracht transportieren können, Größenordnung pro Flug nur um die 100 Tonnen. Wir bräuchten also pro Woche entweder um die 1000 reine Sprühflüge allein für Aluminium, oder bei ca. 2-3000 gewerblichen Starts täglich müsste jeder Flieger um die 5 Tonnen Sprühgut mitführen, also um die 2m³ elementaren Aluminiums je Flug …

    • Irgendwie müsste man das merken. Ich finde es lustig zu behaupten, dass das ja alles militärische Flieger sind, wie man bisweilen aus Hofheim hört. So viele militärische Flugbewegungen gab es schon zu meiner aktiven Zeit in den 80ern bei der Luftverteidigung nicht, und heute schon gar nicht.

  4. Pingback: „Eine Fahrkarte zum Meer bitte!“ „Hin und zurück?“ „Sind Sie verrückt“ – Monstrop❊lis

  5. Vollständigkeitshalber möchte ich aber erwähnen (ohne dass ich damit Chemtrails verteidigen möchte, denn dass das Humbug ist, ist mir klar), dass die Rechnung dafür, wie viel Aluminium auszubringen sei, so nicht Sinn macht:
    Die Rechnung geht davon aus, dass man pro Quadratmeter 4 mal eine gewisse Dosis austragen müsste, da ein Mensch nur 1/4 der Fläche eines Quadratmeters an Platz benötige.

    Wäre ich ein Anhänger dieser Theorie, würde ich nun argumentieren, dass sich das Aluminium sehr schnell und fein verteilen würde (was es auch täte), ich also nicht pro Quadratmeter die 4-fache Menge benötigen würde, die ein Mensch braucht (denn durch Luftzirkulation würde jeder Mensch mit der Zeit seine Dosis erhalten) und somit nur die Gesamtpersonenzahl relevant ist (die in der Rechnung ursprünglich keinen Platz fand). Und dann schrumpft die Zahl dramatisch zusammen auf rund 600 kg (bei gerechnet 80*10^6 Menschen mit Wohnsitz in Deutschland, die alle brav im Land bleiben und wo nicht Menschen durch Transit und Tourismus etwas wegatmen). Wenn ich jetzt noch „ein bisschen schlauer“ bin, rechne ich die Verteilung mit und gebe diese (willkürlich) an, dann braucht man wöchentlich 6 Tonnen Aluminium. Das lässt sich dann auch argumentieren, dass es sich vertuschen ließe

    Abgesehen davon ließe sich immer wegdiskutieren, dass die 75mg eine Erfindung sei von jemandem, der Wert viel niedriger sei, denn die Aufnahme über die Nasenschleimhäute und sonstigen Atmungswege sei viel effektiver, usw. Vielleicht gibt es auch super „Theorien“ der Verschwörungsanhänger, dass sich Al, Ba und co als Feinstaub anders verhalten als andere Teilchen, oder dass irgendwelche anderen Verschwörungen dafür sorgen,dass diese feinen, metallischen Teilchen effektiver herabsinken und ab 1km Höhe sich erst anfangen gut zu verteilen…. das weiß ich aber nicht.

    Mein liebstes Argument ist eigentlich immer:
    1. Die Verschwörer würden sich und andere Menschen mitvergiften (selbst wenn ich ein Gegengift hätte – man vergiftet sich nicht vorsätzlich, behaupte ich mal, außer es sind so Mittel wie Alkohol^^)
    2. Es gäbe effizientere Mittel (Nahrung, Wasser, etc.). Denn
    3. die Ausbringung per Flugzeug würde zu internationalen Konflikten führen, da sich selbst wenn man eine Wetterkontrolle hätte, die Bewegung in der Luft nicht kontrollieren lässt (Land A möchte vielleicht nur die Bevölkerung mental kontrollieren, Land B die eigene unfruchtbar machen – somit würden Konflikte entstehen bzgl. der Interessen. Außer man geht wieder davon aus, dass alle Länder 1 Ziel haben oder es eh nur eine Weltregierung gäbe)

    Argument Nr. 2 halte ich dabei für das Beste, weil es einfach besser durch „die da oben“ kontrollierbar wäre als Chemtrails.

    • Ein Chemtrail-Gläubiger würde so vielleicht zu argumentieren versuchen. Allerdings würde er mathematisch / physikalisch kaum glaubhaft machen können, wie man mit 6 Tonnen Aluminium die ganze Bevölkerung vergiften könnte – zumal der Erdboden an den meisten Stellen ja ohnehin aus weit größeren Mengen Aluminiumverbindungen besteht, nämlich Aluminiumoxid und diverse Aluminiumsilikate wie Feldspat. Man kommt aus der Nummer nicht raus, dass man viel mehr Aluminium verteilen müsste, als eh schon da ist, um irgendeine Wirkung zu erzielen.

      Die 3 genannten Gegenargumente stimmen natürlich. Die finden sich ja auch auf http://chemtrail-fragen.de/ und anderen Aufklärungsseiten. Mir ging es aber um den logistischen Aspekt, der meistens etwas zu kurz kommt.

      • Hoppla, hab mich ja um eine 10er-Potenz vertan – 6 Tonnen wären es eigentlich als Mindestwert und 60t dann für die „verteilte Menge“, die notwendig wäre. Schon ein bisschen schlechter „vertuschbar“, wenn über 3kt Al jedes Jahr verteilt werden müssten^^.

        Die Frage wäre weniger, was im Erdboden selbst ist (das atmet man ja nicht automatisch ein – als Beispiel sei erwähnte, dass sich genauso im Erboden viele bedenkliche Keime befinden. Deswegen ist für mich das Argument, dass sich im Erdboden viel mehr Al befände, nicht greifend), sondern was als Aerosol in der Luft herumschwirren würde – und zwar in „Erdbodennähe“ (sprich „normale“ Personenhöhe). Das alleine ließe sich wiederum auch relativ leicht nachweisen, da müsste man nicht zu den Wolken rauf :-).

        Ich habe mich selbst nie intensiv mit Chemtrails auseinandergesetzt (eher so mal reingelesen und angehört, was Leute auf die Idee bringt) – ich sehe die Sachen einfach als Chemiker mit leicht medizinisch angehauchtem Hintergrund, was wie funktionieren kann und Sinn machen würde. Wollte jetzt auch nicht stören, falls das so angekommen sein sollte, denn ich bin hier nur durch den goldenen Aluhut zufällig gelandet 🙂

    • Ah – prominenter Besuch. Dann kann Herr Petersen doch sicherlich belegen, wie diese Fabrik heißt, wie hoch die Jahresproduktion von was ist, wieviel davon an diese „Banditen“ (welche?) geliefert wird, und in welchem konkreten Zusammenhang der Besuch Clintons (Hillary oder Bill?) mit diesen „Banditen“ steht?

      Aber ich löse mal, damit der Herr Petersen es nicht so schwer hat. Er meint die Aluminium Oxid Stade GmbH (http://www.aos-stade.de/), die nach eigenen Angaben etwas über eine Mio. Tonnen Aluminiumoxid und Aluminiumhydroxid herstellt. Der Besuch Bill Clintons musste seinerzeit aus Termingründen abgesagt werden.

      Woher Herr Petersen belastbare Angaben zu den Geschäftsverbindungen nimmt und was daraus konkret für das Thema Chemtrails folgt, muss er selbst sagen. Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass er ein kreatives Verhältnis zur Wahrheit hätte (http://chemtrail-fragen.de/index.php?frage=ungestoerteaktion).

  6. Dieser Bericht befasst sich nicht ernst genug mit der Thematik. Und so manche Kommentare auch. „Aluminiumstaub müsste auf Dächern und Straßen glitzern“…Dazu fällt mir nichts mehr ein. Aluminium lässt sich in Gewässern, Böden und Pflanzen nachweisen. Und nicht durch glitzerstaub…Es sind unheimlich kleine Partikel, die sich nachweisen lassen in unserem körper. Ich habe von Chemie keine Ahnung, dass Aluminium oxidiert und deshalb könnte man es nicht versprühen…Keine Ahnung, aber dutzende Menschen haben proben abgenommen und festgestellt, dass die Menge dieser Chemie jedes Limit überschreitet.
    Und Argumente wie, wieviel man denn sprühen müsste mittels irgendwelcher Berechnungen damit die ganze brd stirbt. Also Stuss ist das hier. Wie gesagt, es ist ein Gemisch verschiedener Stoffe die versprüht werden, die nicht bewirken sollen, dass wir alle aufeinmal tot umfallen, sondern wir krank werden, mindcontrolling und NACH und nach sterben. Ich könnte hier anführen das Krankheiten wie demenz und Krebs rekordmäßig zugenommen haben, insbesondere bei jungen Menschen. Aber bei so einer Argumentation sehe ich schon das eine Diskussion sinnlos wäre. Natürlich, bzw eigentlich sollten Piloten sich nicht willentlich vergiften lassen. Aber: ich denke nicht jeder chemtrail Pilot weiß was er da versprüht, denn man erzählt uns ja, dieses versprühen käme zu Gunsten der Bekämpfung der klimaerwärmung. Zum anderen, kann ich mir vorstellen das auch Drohnen zu dem Zwecke der versprühung der Chemie eingesetzt werden. Naja genug, ich könnte noch 100 Sachen sagen, wer sich ernsthaft mit dem Thema ( und ernsthaft ist hier das schlüsselwort) auseinandersetzt, wird merken das hier doch mehr dran ist. Es ist naiv zu glauben, euer TV würde euch schon über die Wahrheit informieren. Muss erst ein Politiker dort stehen und uns davon erzählen? Nein, informiert euch selbst.

    • Hallo Poppy (wobei ich ja Klarnamen vorziehe, aber sei’s drum),

      ich möchte und werde jetzt nicht alle Punkte widerlegen, die schon 1000x widerlegt sind. Nur so viel. Ich habe nicht von Glitzer gesprochen, das wäre auch Quatsch, weil es wegen der chemischen Eigenschaften von Aluminium auch keinen Glitzer gäbe. Für die angeblichen winzigen Teilchen im Körper fehlt mir jeder Nachweis, auch Du erbringst keinen. Proben sind jede Menge genommen worden, aber keine der mir bekannten genügt auch nur ansatzweise den Minimalkriterien an nachvollziehbare Messungen. Eine Reihe von Testlaboren hat ihre Bewertungen auch klargestellt oder zurück gezogen. Die behaupteten Wirkungen treten ebenfalls offensichtlich nicht ein, weil niemand krank wird und sich die Wirkungen eindeutig auf irgendwelche Vergiftungen zurück führen lassen. Ich beispielsweise laufe seit Jahre bei jedem Wetter jede Woche ca. 60-90 km in freier Natur, und ich bin gewiss nicht der einzige, und ich erfreue mich allerbester Gesundheit. Wenn Du recht hättest, müsste ich ja längst tot sein. Es gibt auch kein versprühen, um die Klimaerwärmung zu bekämpfen. Es mag mal Papers gegeben haben, die über sowas theoretisiert haben, aber dass es wirklich einer macht, den Beweis dafür gibt es nur in irgendwelchen Youtube-Filmchen von Leuten, die sich mit der Angst anderer Leute wichtig machen wollen. Mit „ernsthaft“ hat das alles nichts zu tun. Ihr solltet Euch mal ernsthaft damit beschäftigen, Eure Ängste und Eure Paranoia zu bekämpfen, das wäre sinnvoller. Mir macht Ihr jedenfalls keine Angst.

    • Wieso befasst dieser „Bericht“ (eigentlich eher ein Blogeintrag mit ein paar Fakten) sich nicht ernsthaft genug mit dem Thema? Weil es nicht deine Meinung widerspiegelt?

      Aluminium lässt sich überall nachweisen, weil es das dritt-häufigste Element der Erdkruste ist. Kohlenstoff ist viel seltener – und auch das findest du Kohlenstoff in Gewässern, Böden und Pflanzen. Welche „Limits“ sollten überschritten werden und wo wurden denn diese Proben genommen? Mit welchen Methoden analysiert von welcher Einrichtung? Validierte Methoden?

      Und dass du, wie du selbst sagst, keine Ahnung von Chemie hast (deswegen hast du offenbar nicht ganz die Aussage bzgl. der Oxidation von Aluminium verstanden), ist das Problem von vermutlich den meisten Leuten, die glauben, dass Chemtrails Realität sind. Es hat auch Gründe, warum eine chemische Ausbildung z.B. auf der Uni Jahre dauert (und das Wissen, was die meisten in der Schule vermittelt bekommen, auf der Uni nach ca. 2-4 Wochen abgeschlossen ist), denn danach sollte einem unter Anderem auch klar sein, warum Chemtrails nicht so funktionieren können, wie es sich die Verschwörungsszene vorstellt.

      Wir sollen krank werden, nach und nach sterben und die Gedanken kontrolliert bekommen? Klappt ja offenbar gar nicht. Die Kindersterblichkeit ist gering wie nie, die Menschen werden immer älter (und wenn man dann noch sich mit Medizin und Biochemie sowie den Institutionen auskennt im Gesundheitswesen in den westlichen Industrienationen, ist es nicht verwunderlich, dass heute Krankheiten oftmals einfach besser entdeckt werden können als früher und Menschen, die länger leben, einfach früher oder später auch Krankheiten erleiden) und die Wähler wandern mehr denn je in offenbar den meisten Ländern, wo freie Wahlen zugelassen werden.

      Kampf gegen die Klimaerwärmung? Ich war da auch lange skeptisch und bin bzgl das menschlichen Anteils daran noch nicht schlüssig – aber dass das Klima sich verändert (nicht überall gleich viel), merkt man spätestens am Rückgang der Gletscher. Und ich kenne Diskussionen (aus chemischen Fachkreisen) über die Durchführung von sogenanntem Geoengineering – aber eben nicht mehr als Diskussionen. Das „beste“, bekannte, was ich kenne und was kein Geheimnis ist, ist das „Impfen“ von Hagel-/Regenwolken – und dessen praktischer Effekt ist sehr umstritten.

      Du kannst, wie du selbst sagst, sicherlich noch 100 angebliche Sachen, die irgendwer irgendwo vom Onkel seiner Tante ihrem Freund mal gemeint gehört zu haben meint, die dir Leute ohne fachliche Kenntnisse auf youtube oder dubiosen Blogs erzählen wollen, erwähnen, aber das sind alles Behauptungen von Leuten ohne fachliche Grundlage, die per hören und sagen und mit unsachlichen Quellen arbeiten. Bei Chemtrails scheinen Dinge funktionieren zu können, die sonst in der Chemie und Physik nicht möglich sind. Und das weiß ich, weil ich mich fachlich damit ernsthaft auseinandergesetzt habe. Ohne wenigstens halbwegs gute Fachkenntnisse, ist es schwer, sich ernsthaft und auch richtig mit der Materie auseinanderzusetzen.

      • Also wenn es darum geht, mittels Chemtrails die Menschen krank zu machen oder gleich auszurotten, ist das jedenfalls die erfolgloseste Verschwörung seit der Erfindung von Scheibenbrot. Da müssen ja grandiose Amateure am Werk sein, die auf der einen Seite alle Regierungen unterwandert haben und beherrschen, ohne dass es 99,9% der Menschen merken, und auf der anderen Seite nicht in der Lage sind, ihr Vorhaben effektiv in die Tat umzusetzen oder wenigstens die „Erwachten“ daran zu hindern, das große Geheimnis auf Facebook & Co in die Welt hinauszuposaunen.

        Für plausibler halte ich allerdings, dass die erwachten 0,1% ein Problem mit ihrer Wahrnehmung haben.

        An Poppy noch die Bitte, doch mal auf einen meiner in meinem Blog-Artikel genannten Punkte zu antworten. Rechne mir doch mal aus, wie das gehen soll, egal mit welchem angeblich versprühten Stoff. Fange bitte mit der Anzahl der Mitwisser an. Beschränke Dich auf belegbare Fakten und führe keine Annahmen ein, die Du auch wieder beweisen müsstest, wie „die Piloten wissen ja nichts davon“.

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