#CharlieHebdo: Cui bono?

Der feige Anschlag auf die Redaktion #CharlieHebdo lässt mich ziemlich nachdenklich zurück. Leider wurden die Attentäter ja bei den Erstürmungen der Druckerei und des Supermarkts heute erschossen – man kann sie also nicht mehr zu ihren Hinterleuten und Unterstützern befragen.

Wenn man sich nun den ganzen Vorgang und die Ereignisse drumherum nach dem Prinzip „cui bono?“ (wem nützt es) anschaut, so profitieren mindestens zwei Gruppen gleichermaßen von dem Anschlag auf #CharlieHebdo:

1. die Terroristen selbst, denn sie haben der westlichen Gesellschaft noch einmal gezeigt, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, und dass sie es verstehen, ihre Kritiker mundtot zu machen. Ich warte jetzt dann noch auf Bekenntnisse aus dem arabischen Raum, nachdem diese „Märtyrer“ schon auf ihre 72 Jungfrauen warten. Das motiviert wiederum potentiellen Nachwuchs.

2. rechtsnationale Kräfte, die jetzt zeigen können, dass sie schon immer recht hatten mit ihren Warnungen vor der angeblichen islamischen Überfremdung. Die Rhetorik ist indes auf beiden Seiten des Rheins dieselbe. Es wird Kreide gefressen gegenüber den braven muslimischen Mitbürgern, gleichzeitig wird aber mit aller Kraft politisches Kapital aus den Ereignissen geschlagen. Dabei darf man nicht übersehen, dass diese rechtnationalen Kräfte nahezu europaweit den Muslim als die neue nationale Gefahr ausgemacht haben, und das schon eine geraume Weile.

Aus meiner Sicht kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: #CharlieHebdo war eine Warze am Arsch vieler Interessengruppen, nicht nur der Islamisten, sondern mindestens ebenso des Front National. Oft genug gab es Cartoons, die führende FN-Mitglieder eher unvorteilhaft zeigten (beispielsweise diese beiden:).


(Vorsicht Spekulation!) Was, wenn das ganze tatsächlich eine false flag Operation war, und zwar nicht, wie vom Kopp-Verlag insinuiert, von irgendeinem Geheimdienst, sondern von den Rechten? War das evtl. deren new Pearl Harbor? (s. Seite 51)  Auf diese Weise würden diese doppelt und dreifach profitieren:

1. Islamisten und Moslems allgemein diffamiert („wir haben’s Euch ja gesagt!“ — Alexander Gauland brachte es auf den Punkt.)

2. #CharlieHebdo abserviert by proxy

3. als Saubermann/-frau aus der Sache raus bzw. stellen sich selbst noch als Opfer dar

4. durch die Radikalisierung etwaiger Gegner selbst leichteres Spiel bei der Rekrutierung von Nachwuchs

5. zum richtigen Zeitpunkt Keil in die verhasste Multikulti-Gesellschaft getrieben

6. ihre rechte Ideologie noch stärker „in der Mitte der Gesellschaft“ salonfähig gemacht und die Ängste der Menschen bedient

Wie gesagt, reine Spekulation.

Das würde auch erklären, warum französische Dienste die beiden Attentäter zwar beobachtet haben, aber offensichtlich zu wenig von den Vorbereitungen mitbekommen haben, weil die Logistik über ganz andere Kanäle lief. Das würde evtl. auch erklären, wie die beiden Attentäter so gut Bescheid wissen konnten, was vorgestern in der Redaktion ablief, weil die Aufklärung ihres Attentatsziels über andere Kanäle lief als von den Behörden erwartet.

Oh, jetzt gehöre ich wohl auch zur Lügenpresse.

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