„Google doch mal richtig!“ — Die Schere im Kopf

Sehr häufig findet man, wenn man in den „Sozialen Medien“ auf Posts von Verschwörungsgläubigen stößt, die Aufforderung, man solle sich doch mal „richtig informieren“. „Google doch mal selbst!“ oder „Du findet dazu alles auf YouTube!“ sind gerne genannte Hinweise.

Sehr geläufig sind auch Hinweise, wie die ganze Welt von höheren Mächten beherrscht wird, ohne dass „die Schlafschafe“ davon merken. Überall sind „Zeichen“ und „Hinweise“, die man als „Erwachter“ natürlich sehen kann – als Schlafschaf natürlich nicht. WACHT DOCH MAL AUF!!!! Häufig genannte „höhere Mächte“ sind in der Regel religiöser oder pseudo-religiöser Natur, wie die Illuminaten, die Freimaurer oder die Rothschilds. Fast immer gehen solche Verschwörungsfantasien zurück auf die so genannten „Protokolle der Weisen von Zion“ , prangern das „Weltjudentum“ an, und sind damit letztlich verkappt oder offen antisemitisch.

 

Lidl und das Illuminatenauge

Lidl ist eine Illuminaten-Firma. Wenn man sich die Bilder anschaut, wird das jedem „Erwachten“ sofort klar. Als „Schlafschaf“ sieht man das natürlich nicht.

 

Liebe Aluhüte, habt Ihr das mal zu Ende gedacht, wo Ihr Euch befindet?

  1. Google wurde gegründet von Larry Page und Sergej Brin. Larrys Mutter war jüdisch, und die Eltern von Sergej, der in Moskau geboren wurde und damit russischstämmiger Einwanderer ist, ebenfalls.
  2. YouTube gehört seit einigen Jahren Google.
  3. Facebook wurde gegründet von Mark Zuckerberg, der heute zwar als Atheist lebt, aber in eine jüdische Familie geboren wurde und mit 13 Jahren sein Bar Mitzvah-Fest gefeiert hat.

Also wo glaubt Ihr zu sein, hmmm? Wenn die ganze Welt von einer jüdisch dominierten „Neuen Weltordnung“ kontrolliert wird, was macht Ihr ausgerechnet auf Google, YouTube und Facebook?

Und wie kann es sein, dass auf einer der Neuen Weltordnung gehörenden Plattform wie YouTube all Eure „Enthüllungen“ und „Aufklärungsvideos“ nicht stantepede gelöscht werden? Dass man per Google die Links darauf findet? Dass Euch Zuckerberg auf Facebook mal locker Euren rassistischen Müll abladen lässt? Schon merkwürdig. Ach, ich weiß: Das machen die alles nur, um von der NWO abzulenken.

 

 

 

 

Ein Tag im Leben eines Chemtrail-Sprühmarshals

Mittwoch. Ich werde meinen Flug mit AB6110 von München nach Köln nutzen, um meiner staatlichen Zusatzaufgabe als Sprüh-Marshal nachzukommen. Man muss die Besatzungen ja immer kontrollieren, diese Schisser, sonst stellen sie heimlich die Sprühdüsen ab. Wie früher im Kommunismus, als die Bauern die Äcker der Kolchosen nicht richtig gepflügt und statt dessen lieber gesoffen haben. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

06:13 Einsteigen. Ich halte meine Handykamera zur Dokumentation bereit.

06:21 Am Flugzeug nebenan kontrolliert jemand die Sprühdüsen. Es nieselt nur leicht – Zeit für Nachschub.

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06:37 Wie man hier gut sieht, rotzt auch mein Flugzeug (B737-700) kräftig raus. Da geht aber noch mehr, Herr Kapitän. Wir wissen, wo Sie wohnen und wo Ihre Kinder zur Schule gehen.

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06:48 Klarer blauer Himmel. Geht ja gar nicht. Aber Hilfe naht, ca. 4000 Fuß höher. Der sprüht offenbar schon die neuen, transparenten Trails. Saubere Arbeit, Jungs!

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06:54 In den Tälern hängen nur noch Reste von letzter Nacht. Das war wohl zu wenig.

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07:02 Südlich und westlich von Frankfurt haben die Kollegen heute früh schon die halbe Wochenration für Südhessen ausgebracht. Die 1109 Tonnen waren innerhalb einer Stunde raus, davon 160 Tonnen über Hofheim am Taunus (Spezialbehandlung, und ein kleines Goodie für die ortsansässigen Atemschutzmasken-Händler). Beteiligt waren 330 Flugzeuge von Lufthansa, Air Berlin, Ryanair und einige als Air China und Emirates getarnte CIA-Maschinen — die mit den großen externen Sprühtanks, damit die Passagiere in den voll besetzten Flugzeugen (siehe Passagierlisten online) nichts merken. 4-6 Tonnen, mehr kann so ein Airliner ja nicht zusätzlich laden, sonst merken es die Controller bei den Fluggesellschaften. Darf ja keiner von wissen. Aber was sein muss, muss sein. Das wird ein Spaß, wenn ich heute abend in Darmstadt im Westwald 10 km laufen gehe. Überall die glitzernden Nanopartikel, und es soll noch den ganzen Tag regnen!

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07:08 Im Westerwald haben sie sicherheitshalber zwei Schichten übereinander gesprüht, damit die Sonne nicht raus kommt und die Erdbeer-Ernte in jedem Fall kaputt geht. Nehmt das, Ihr Loser!

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07:09 Scheiße. Das hat nicht gereicht. Amateure.

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07:13 Der Pilot berichtet im Landeanflug stolz von 47 unerklärlichen Todesfällen, und wie wichtig unser heutiger Beitrag zum Erhalt eines gesunden Genpools ist. Er fährt schon mal die Sprühtanks für die anstehende Neubetankung aus, damit es nachher schneller geht. Guter Mann. Füge meinem Tagesbericht einen positiven Beurteilungsbeitrag hinzu. Neben mir hustet ein anderer Passagier. Weichei. (Aber gut, dass wir damals drauf gedrängt haben, die Luftfilter auszubauen — seitdem wird die Außenluft ungefiltert ins Innere des Flugzeugs geleitet. Lobbyarbeit zahlt sich doch aus!)

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07:18 Landung in Köln/Bonn. Da drüben steht der Spezial-A340 der Bundesregierung, der 2014 komplett zum Sprühflugzeug umgebaut wurde. Das ist die Maschine, die Angela Merkel mal besichtigt hat mit den Sprühtanks. Beweisfotos davon müssten ja bekannt sein (googelt einfach mal richtig!). „Kanzlermaschine“, LOL.

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07:22 Oh Mist, bei der Germanwings steht ein Sani. Da hat wohl jemand was von dem sauteuren Zeug verschüttet. Das gibt ne gesalzene Rechnung an die Familie. Wofür haben die schließlich eine Sterbegeldversicherung.

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07:28 Da kommt der Nachschub. (Update: Oh, da sind ja Orbs auf dem Bild! Wie schön!)

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07:39 Alles gut gelaufen. Tagesbericht abgeliefert. Die Kollegen haben gute Arbeit geleistet. Nach dem bißchen Regen gestern rund um Frankfurt musste ja unbedingt nachgesprüht werden.

Nur mit diesen neuartigen „Sprühtoiletten“ komme ich immer noch nicht zurecht. Die rauben mir den letzten Nerv. Aber ich muss von den Anti-Chemtrail-Tabletten immer so furchtbar pinkeln. Das geht total auf die Prostata.

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07:46 Ankunft in Terminal 2. Jede Menge zahlende Fluggäste. Ohne die wäre das alles ja gar nicht möglich. Daher auch die horrenden Flugpreise. Hey, ich hab heute morgen 82 Euro nochwas gezahlt! Vor der Tür jede Menge Chemtaxis. Schon mal überlegt, wieso die meistens von syrischen Flüchtlingen gefahren werden? Die haben wenigstens noch eine anständige DNA, nicht wie diese verweichlichten Deutschen, deren Bundestrainer sich live im Fernsehen am Sack kratzt! Ich mein‘, hallo? Die bekämen von den russischen Fans sowas von aufs Maul!

07:48 Da drüben steht auch der Kotzbomber mit der Aufschrift „ZERO-G“. Die machen damit irgend so’n Wissenschaftskram. „Verhalten von Aluminium-Feinstäuben in der Schwerelosigkeit“, hab ich neulich einen Film gesehen irgendwo auf YouTube. Eigentlich zum Kotzen, deswegen heißt der Flieger auch so.

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08:15 So, jetzt mit dem Firmenshuttle zur Arbeit. Schließlich bin ich „Cloud-Architekt“ bei der Telekom!

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09:11 Ankunft in der Firmenzentrale. Ich gehe vom Shuttlebus ins Firmengebäude und nehme noch einen kräftigen Atemzug. Es nieselt leicht.

09:20 Ich muss mich beeilen. Die Veranstaltung beginnt. Thema: „Telekom im Wandel der Zeiten – staatliche Wetterkontrolle als hoheitlicher Zusatzauftrag“. Etwa 150 Teilnehmer im Hauptsaal, viele aus den verschiedenen „Cloud“-Geschäftseinheiten. Die Überwachungskameras laufen. Die Leute von der Konzernsicherheit und vom „Datenschutz“ sind auch da. Es werden neue „Dimmer Skies“-Koordinatoren für einige Bereiche ernannt. Eines der Hauptthemen ist die neue EU-Dimmer-Skies-Grundverordnung (DSGVO), die im Mai 2016 in Kraft trat und im Mai 2018 in nationales Recht überführt sein und angewendet werden muss. Hurra!

Unbenannt

NATHAN wäre begeistert.

(Nachtrag: Um irgendwelchen Ideen von Leuten mit Besenstiel im Hintern vorzubeugen: Die Deutsche Telekom AG hat mit „Chemtrails“ oder „staatlicher Wetterkontrolle“ selbstverständlich nichts zu tun. Teilen dieses Beitrages oder seiner Bestandteile in Chemtrails- und anderen Foren ist trotzdem ausdrücklich erwünscht. Man kann schließlich nicht wissen, ob es Chemtrails-Sprühmarshals nicht wirklich gibt.)

Einige Fragen an Menschen, die glauben, die Erde sei flach

Menschen, die nach 2000 Jahren technischen und mathematischen Fortschritts und nach 400 Jahren Aufklärung wieder daran glauben (wollen), dass die Erde flach ist und alles nur ein Fake, scheinen eine besondere Spezies zu sein. Ich kann nicht verstehen, was an diesem Weltbild so attraktiv sein soll, attraktiver jedenfalls als das sonst jedermann geläufige Modell, dass die Erde in etwa Kugelform besitzt und in ca. 150 Millionen Kilometern Entfernung um eine Sonne kreist, die einen Durchmesser von rund 1,3 Millionen Kilometer hat, eine Oberflächentemperatur von etwa 6000 Kelvin und die ansonsten ein ganz normaler G2-Hauptreihenstern ist. Irgendwas stört die Leute daran. Mir scheint die „Theorie“ der Flachen Erde jedenfalls eine der beklopptesten Verschwörungstheorien zu sein, denn sie hat im täglichen Leben überhaupt keine praktische Relevanz, selbst wenn sie stimmte, vor allem weil man zu ihrer Aufrechterhaltung von Fliegerei über Astronomie, die ISS und Satellitennavigation, -fernsehen und -telefonie wirklich fast alles ausblenden muss, was das moderne Leben ausmacht. Vielleicht geht es genau darum.

Wie es zu dieser Auferstehung des Flache-Erde-Weltbilds kam, insbesondere durch Betreiben der Flat Earth Society, kann man in der Wikipedia nachlesen. Über den geistigen Zustand der Flacherdler mag ich mich jetzt nicht auslassen, außer dass auffällt, dass diese in diversen Foren einschließlich Facebook immer wieder von schlagenden „Beweisen“ vor allem in Form diverser YouTube-Videos berichten.

Aber okay. Challenge taken. Ich habe hier einige Fragen zusammengestellt, auf deren nachvollziehbare Antworten ich gespannt warte. Wohl gemerkt, ich stelle keine Behauptungen auf, sondern ich stelle lediglich einige Fragen, von denen ich denke, dass ein Flache-Erde-Modell diese wird ganz leicht beantworten können. Wo ich Annahmen mache, um eine Frage herzuleiten, sage ich das explizit. Was ich erwarte, sind nachvollziehbare Antworten. Behauptungen, die zu ihrer Begründungen weitere unbewiesene Behauptungen machen müssen, zählen nicht. Ein Beweis einer Antwort ist auch nicht, eine steile Behauptung nach dem Motto „das ist alles fake!!!“ zu geben – der Wahrheitsgehalt einer solche Behauptung wäre nachzuweisen. Annahmen bei den Antworten sind wie im Wissenschaftsbetrieb üblich zulässig, aber nachvollziehbar zu begründen.

Um keine Langeweile aufkommen zu lassen: Die Fragen sind natürlich widerspruchsfrei zu beantworten. Einzelne Fragen lassen sich sicherlich innerhalb des Flache-Erde-Modells beantworten, auch ohne weitere Prämissen einzuführen. Alle Fragen widerspruchsfrei zu beantworten dürfte hingegen nicht so einfach sein (ich halte es für unmöglich — nicht umsonst haben die Menschen sich schon vor Jahrhunderten von der Idee der flachen Erde verabschiedet, eben weil sie die Beobachtungen nicht vollständig und widerspruchsfrei beschreiben kann). Aber bitte: Ich nehme das Ergebnis nicht apodiktisch vorweg. Ich möchte ohne Prämissen auskommen können, das heißt rein deduktiv durch Beobachtung und Beschreibung.

Ich wäre ehrlich gesagt sehr verwundert, wenn ein Anhänger der Flache-Erde-Fantasie sich die Mühe machen würde, diese Fragen schlüssig zu beantworten. Kann schon sein, dass mir jemand Links auf irgendwelche YouTube-Videos schickt oder etwas schreibt wie „ich sehe es doch mit meinen eigenen Augen!“ oder „f*ck dich, du Systemtroll!“. Geschenkt. Die Auflistung dient auch mehr dazu, mit Flacherdlern zu diskutieren und ihnen bei Bedarf die eine oder andere kritische Frage zu stellen. Erfahrungsgemäß ist die Unterhaltung dann aber ganz schnell mit wüsten Beschimpfungen beendet.

Aber vielleicht stellt sich ja jemand der intellektuellen Herausforderung.

Fangen wir mit einigen einfachen Fragen an.

  1. Wenn die ISS ein Fake ist, was ist dann der Leuchtpunkt, der zu genau vorausberechneten Zeiten am Himmel über einen hinweg zieht?
  2. Nach Ansicht einiger Flache-Erde-Anhänger sind alle fotografischen Aufnahmen, welche die Erdkrümmung im Weltraum zeigen, computergenerierte Fakes, weil man auch dort einwandfrei sehen könnte, dass der Horizont eine gerade Linie sei. Gekrümmt würde der Horizont ausschließlich durch Verwendung starker Fischaugenobjektive. Dazu zwei Fragen:   Wenn die Erde eine runde Scheibe mit einem Durchmesser von ca. 40.000 km ist, wie würde der Horizont wohl aussehen, wenn man aus einer ausreichend großen Höhe herunter sieht? Machen Sie ein Experiment: Nehmen Sie sich einen runden Deckel, beispielsweise von einem Plastikeimer,  und schauen Sie im flachen Winkel auf die von ihnen abgewandte Kante!  Sehen Sie eine gerade Linie? Wie müsste der Deckel geformt sein, damit man eine gerade Linie sieht? Wie kann es also sein, dass die Erde eine kreisförmige Scheibe ist und trotzdem Fotos existieren, die den Erdhorizont als gerade Linie zeigen?   Zweitens: Erklären Sie den optischen Strahlengang in diesem Foto, das von der ISS aus gemacht wurde (solche und ähnliche gibt es Hunderte am Tag, inklusive einem Livestream, wenn sich die ISS auf der Tagseite befindet). Offenbar beschreibt der Horizont eine Kreislinie, und gleichzeitig gibt es im Vordergrund (Sonnensegel!) gerade Linien. Wie müsste ein Fischaugenobjektiv konstruiert sein, das nur den Hintergrund verzerrt?Fischauge-ISS
  3. Wenn der Leuchtpunkt nur „projiziert“ ist, wo steht der Projektor, und wo ist die Projektionsleinwand? Warum sieht man bei Nebel oder Wolken den Projektionsstrahl oder -kegel nicht?
  4. Wäre dann der Taghimmel mit einer im Sommer heiß strahlenden Sonne auch projiziert? Wo ist der Projektor? Warum sieht man bei Nebel oder Wolken den Projektionsstrahl oder -kegel nicht?
  5. Wenn Sie der Meinung sind, dass es keine echten Fotos von der runden Erde gibt, nur computergenerierte Animationen, und die „Glaubisten“ könnten so nicht beweisen, dass die Erde rund sei, wo sind Ihre authentische Fotos von der flachen Erde?
  6. Wenn die Erde flach ist, wie erklärt es sich dann, dass nördlich des Äquators Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn und Hochdruckgebiete im Uhrzeigersinn drehen, und südlich des Äquators umgekehrt?
  7. Wenn die Erde flach ist und still steht (also die Sonne über ihr „kreist“), wie lässt es sich erklären, dass sich Hoch- und Tiefdruckgebiete überhaupt drehen?
  8. Wenn die Erde flach ist und nicht rund mit einem heißen Kern, wie entsteht Vulkanismus?
  9. Wenn die Erde flach ist und die darüber „kreisförmig“ oder „spiralförmig“ schwebende Sonne einen Lichtkegel auf die flache Erde scheint, wie lassen sich dann die nachprüfbaren weltweiten Sonnenauf- und -untergangszeiten erklären, die nicht zu einem kreisförmigen Lichtkegelabdruck auf eine Karte der flachen Erde passen, wie er in diesem Bild zu sehen ist?

    Die flache Erde bei pravda-tv.

    Die flache Erde bei pravda-tv.

  10. Wie lässt es sich erklären, dass ein kugelförmiger (oder gerne auch scheibenförmiger) Strahler überhaupt nur einen kreisrunden Lichtfleck auf die flache Erde projiziert, und es dass darüber hinaus nach dem o.g. Bild schlagartig dunkel ist?
  11. Wenn die Erde flach ist und die darüber „kreisförmig“ schwebende Sonne einen Lichtfleck auf die Erde projiziert, beschreiben Sie die Form des Lichtflecks in Worten an Hand der nachprüfbaren weltweiten Sonnenauf- und -untergangszeiten und entwerfen Sie ein Modell des Lichtstrahlers, das diese Form schlüssig begründet.
  12. Erklären Sie außerdem, wieso die Sonne zu jeder Zeit exakt auf der Hälfte der Erdoberfläche zu sehen ist (je nach lokaler Tageszeit unter verschiedenen Betrachtungswinkeln). Müsste nicht der Lichtabdruck im Bild oben zumindest zu Frühlings- und Herbstanfang einen exakten Halbkreis darstellen? Wenn Sie daran zweifeln, rufen Sie einfach Menschen an, die dort leben, wo Sie es hell oder dunkel vermuten, und fragen Sie diese.
  13. Wenn die Erde flach ist, wie lässt sich auf der nordpolzentrischen Karte das Missverhältnis der geografischen Ausdehnung beispielsweise des australischen Kontinents in Nord/Süd- bzw. Ost/West-Richtung erklären, verglichen mit den realen gemessenen Bedingungen am Erdboden? Wie könnte eine solch eklatante maßstäbliche Verzerrung zustande kommen?
  14. Wenn die Erde flach ist, müsste sie ja nachgemessenermaßen (und bislang von Flache-Erde-Anhängern weitgehend unbestritten) ca. 40.000 km Durchmesser haben. Wenn man nun eine flache Abbildung der Erdoberfläche als entfernungstreu annimmt (was ja einfach ist: eine Fläche maßstabsgetreu in eine Fläche abzubilden), wie groß ist dann die Entfernung von Sydney nach Santiago de Chile oder nach Johannesburg? Messen Sie auf der o.g. flachen (nordpolzentrischen) Karte! Wenn ich auf meinem Bildschirm die Entfernungen messe, komme ich auf: Durchmesser der Scheibe 12,4 cm. Sydney-Santiago: 8 cm (das entsprächen ca. 25800 km). Sydney-Johannesburg: 7,6 cm (ca. 24500 km).  Bei einer bekannten Flugzeit (Direktflüge zB mit Qantas QF0027/28 bzw. QF0063/64), wie hoch wäre die jeweilige durchschnittliche Fluggeschwindigkeit? Haben Sie nach der Außerdienststellung der Concorde dafür eine schlüssige Erklärung?
  15. Warum führen die Flugrouten von Sydney ausgehend in der Realität nicht über Alaska und die US-Westküste (Santiago de Chile) bzw. quer über China und Saudi-Arabien (Johannesburg)?
  16. Frachtschiffe von Brisbane, Australien nach Auckland, Neuseeland benötigen für die einfache Strecke etwa 4 Tage (Fahrplan). Messen Sie die Entfernung auf Ihrer Flache-Erde-Karte und diskutieren Sie an Hand der Durchschnittsgeschwindigkeit die neuesten Entwicklungen im Frachtschiffbau.
  17. Direktflüge von Sydney (AUS) nach Wellington (NZ) benötigen für die einfache Strecke etwa 3:10 Stunden (Beispiel). Messen Sie die Entfernung auf Ihrer Flache-Erde-Karte und diskutieren Sie an Hand der Durchschnittsgeschwindigkeit die neuesten Entwicklungen im Flugzeugbau.
  18. Da es so einfach ist, eine Karte einer flachen Erde zu zeichnen (einfache maßstäbliche Abbildung Fläche → Fläche), warum benötigen Kartografen je nach der Region, für die eine Karte gezeichnet werden soll, unterschiedliche Kartenprojektionen (Äquator: Zylinderprojektion; mittlere Breiten: Mercator-Kegelprojektion; an den Polen eine flache Projektion)? Und warum tun sich Kartografen bei größeren Ausschnitten (beispielweise eines ganzen Landes) trotzdem so enorm schwer, Karten gleichzeitig winkel- und entfernungstreu hinzubekommen?
  19. Wenn die Erde flach ist, warum navigieren Seefahrer seit vielen Jahrhunderten immer an Hand von „Großkreisen“ als kürzester Entfernung zwischen Punkten auf der Erde?
  20. Wenn die Erde flach ist: Warum sehen die Menschen südlich vom Äquator den Mond „auf dem Kopf stehend“, dafür aber den Nordpolarstern und andere Sternbilder nicht, während sie welche sehen, die wir im Norden nicht sehen können (beispielsweise das Kreuz des Südens)?
  21. Wenn die Erde flach ist, wie lassen sich diverse Flaggen am Südpol erklären sowie diverse Antarktisdurchquerungen (z.B. Reinhold Messner und Arved Fuchs, 1989) oder die Amundsen-Scott-Südpolstation?
  22. Wenn die Erde flach ist, wie lässt sich erklären, dass es vom Herbstanfang um den 23. September bis Frühlingsanfang um den 21. März nördlich von 67 Grad nördlicher Breite durchgehend Nacht ist und südlich von 67 Grad südlicher Breite Tag, und in der restlichen Zeit umgekehrt?
  23. Wenn die Erde flach ist und der Mond ebenfalls, wie erklärt sich dann die mit einem einfachen Teleskop innerhalb eines Monats beobachtbare Libration des Mondes, und welche Kräfte können diese bewirken?
  24. Wenn die Erde flach ist und die Sonne über ihr schwebt, wie erklären sich die Planetenbahnen möglichst einfach?
  25. Wenn die Erde flach ist, wie lässt es sich erklären, dass man vom Ufer unterhalb des Café Restaurant Hörnle in Konstanz auch bei bestem dunstfreien Wetter im Winter nicht die Uferlinie in Bregenz sehen kann, sondern nur höher stehende Gebäude oder Gebäudeteile?
  26. Wenn die Erde flach ist, wie lässt es sich erklären, dass man vom Ufer neben den Bootsstegen in Starnberg auch bei bestem dunstfreien Wetter im Winter nicht die Uferlinie in Seeshaupt sehen kann, sondern nur höher stehende Gebäude oder Gebäudeteile?
  27. Auf einer Ebene gibt es keinen Horizont. Egal in welcher Höhe über einer Ebene sich ein Punkt befindet, er wird von jeder Stelle auf der Ebene immer zu sehen sein (in der Realität abhängig von Dunst und Sehvermögen). Anders gesagt, der (Elevations-)Winkel zwischen Ebene und Beobachtungslinie wird immer größer als Null sein, wenn der Gegenstand sich auf derselben Seite der Ebene befindet wie der Beobachter.EbeneWie erklärt sich dann der berühmte Segelschiff-Effekt, nach dem bei Annäherung eines Schiffes erst die Aufbauten erkennbar sind und erst später der Rumpf? Wenn Sie der Meinung sind, der Segelschiff-Effekt ließe sich mit einer „Perspektive“ erklären, und mit Hilfe eines Fernrohrs sähe man wieder das ganze Schiff, beschreiben Sie den optischen Strahlengang a) mit b) ohne Fernrohr!
  28. Mit derselben Überlegung, begründen Sie das Zustandekommen von Sonnenauf- und untergang. Erklären Sie, warum man die untergehende Sonne nicht wieder mit einem Fernrohr „heran holen“ kann, so dass man sie wieder ganz sieht.
  29. Wenn die Erde flach ist, wie lassen sich die Jahreszeiten erklären? Wenn Sie annehmen, dass die Sonne über der Erdoberfläche eine Spiralbahn beschreibt, begründen Sie deren Zustandekommen. Welche Kräfte wirken da?
  30. Wie kann es sein, dass im August (heute: 28. August 2016) in Europa Hochsommer ist, während eine australische Laufbekanntschaft folgendes in die Facebook-Gruppe Runners postet. Wenn die Erde flach ist, warum beginnt in Australien gerade der (Vor-) Frühling? Allgemein gefragt: Warum sind nördlich und südlich des Äquators die Jahreszeiten spiegelbildlich?

    Bildschirmfoto vom 2016-08-28 06:27:56

  31. Wenn die Erde flach ist, wie erklären Sie die Mondbahn und seine Zyklen? Wenn er kreisförmig über der Erde schwebt, beschreiben Sie seine Bahn vor allem im Verhältnis zur Sonne. Müsste er unter der Sonne schweben oder über ihr? Schneller kreisen oder langsamer? Wie kommen dann die Mondphasen zustande? Die unterschiedliche Lage der Mondsichel auf der Nord- / Südhälfte der Erdscheibe?
  32. Warum sehen alle Menschen überall auf der Erde tagesgleich dieselben Mondphasen, unabhängig von ihrem Standort? Wenn der Mond in nur geringem Abstand über der Scheibe schwebt, dürfte das ja nicht sein, da beispielsweise ein Beobachter in Europa, wenn der Mond dicht über der Erde schwebte, einen ganz anderen Teil des Mondes sehen würde als ein Beobachter in Südafrika. Zusatzfrage: Warum sehen alle Beobachter unabhängig von ihrem Standort immer dieselbe Seite des Mondes? Müssten Beobachter in Südafrika zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht die „Rückseite“ des Mondes sehen, wenn Beobachter in Skandinavien zum selben Zeitpunkt die „Vorderseite“ sehen?
  33. Wenn die Erde flach ist, wie lassen sich dann Sonnen- und Mondfinsternisse erklären und berechnen. Insbesondere, wie berechnen sich die Schattenspuren von Sonnenfinsternissen auf Jahrzehnte im Voraus, und sind jederzeit überprüfbar? Wie erklären Sie in diesem Modell die verschiedenen Finsterniszyklen, beispielsweise die Saros-Zyklen?
  34. Auf Grund astronomischer Beobachtungen wird allgemein davon ausgegangen, dass Sonnenfinsternisse dadurch entstehen, dass der Mond sich auf seiner Bahn aus unserer Sicht kurzzeitig vor die Sonne schiebt. Mondfinsternisse wiederum, weil der Mond aus Sicht der Sonne kurzzeitig „hinter“ der Erde verschwindet und vom Erdschatten verdeckt wird. Wie kann das zustande kommen, wenn Sonne und Mond kreisförmig über der Erde schweben? Warum nimmt bei einer totalen Mondfinsternis der Mond für wenige Stunden eine rote Färbung an? Zeichnen Sie und erklären Sie den jeweiligen Schattenwurf.
  35. Ihnen ist das Phänomen der Morgen- und Abendröte bekannt: Je dichter die Sonne über dem Horizont steht, desto mehr sieht sie selbst rot aus, und desto stärker werden Wolken rot angestrahlt. In den Minuten nach Sonnenuntergang lässt sich beobachten, dass die Wolken von unten nach oben „grau“ werden.  Wie erklären Sie das, wenn die Erde flach ist und die Sonne immer im gleichen Abstand über der Erde schwebt?
  36. Wenn die Erde flach ist, wie lässt sich erklären, dass an allen Stellen der Erdoberfläche in etwa dieselbe Schwerebeschleunigung (Richtung und Länge des Kraftpfeils) herrscht? Wenn Sie Annahmen machen müssen, begründen Sie diese stichhaltig und überprüfbar.
  37. Nehmen wir für einen Moment an, die Erde sei eine Kugel mit einem Durchmesser von 12.756 km bei einer Umdrehung am Tag. Die Schwerebeschleunigung an der Oberfläche beträgt jederzeit mess- und nachprüfbar durchschnittlich 9,81 m/s². Wenn Sie befürchten, dass bei einer Umfangsgeschwindigkeit von ca. 1670 km/h (40.000 km / 24 h) am Äquator dort alles nach außen wegfliegen würde, berechnen Sie an Hand der Ihnen bekannten Gleichungen für die Zentrifugalkraft dieselbe am Äquator! Wie hoch ist dann die resultierende Schwerebeschleunigung am Äquator? Nach diesem einfachen Modell, um wieviele Prozent ist die Schwerebeschleunigung am Äquator niedriger als an den Polen? Diskutieren Sie an Hand der Erkenntnisse, inwieweit am Äquator bei der genannten Umfangsgeschwindigkeit alles weg fliegt.
  38. Ergänzungsaufgabe: Wenn Sie annehmen, dass die Erde eine Scheibe mit einem Durchmesser von 40.000 km ist, die sich einmal am Tag dreht, wie hoch ist dann im Vergleich die Fliehkraft am Rand der Scheibe oder, sagen wir, in Sydney? Zeigen Sie auf, in welchen Reiseberichten davon die Rede ist.
  39. Wenn die Erde flach wäre, könnte man in der Tat mit dem bloßen Auge keine Erdkrümmung sehen. Erwarten Sie für eine grob kugelförmige Erde, die Krümmung mit bloßem Auge sehen zu können? Die „Glaubisten“ gehen bekanntlich von einem Durchmesser der Erde von etwa 12.756 km aus. Wenn man eine Kugel dieser Größe auf einen handelsüblichen Globus von ca. 32 cm Durchmesser maßstäblich verkleinern würde (Maßstab ca. 1:40 Millionen), wie groß wäre dann in etwa ein im selben Maßstab verkleinerter Mensch? 1. Um welchen Faktor größer als ein durchschnittlicher Mensch (Annahme: 1,75 m) ist der Durchmesser der Erde? 2. Würden Sie annehmen, dass ein Beobachter, der um diesen Faktor kleiner ist als besagter (Modell-) Globus, dessen Oberflächenkrümmung mit bloßem Auge erkennen könnte? Begründen Sie Ihre Ansicht!
  40. GPS wurde ursprünglich von den US-amerikanischen Streitkräften entwickelt, um an jedem Ort der Erdoberfläche über eine zuverlässige Positionsinformation für Soldaten und Waffensysteme zu verfügen. Wenn die Erde flach ist und es daher keine Satelliten gibt, die sie umkreisen, wie kann dann ein solches System funktionieren, beispielsweise auf dem Meer (Schiffsnavigation)? Begründen Sie Ihren Vorschlag und geben Sie eine Abschätzung, wie realistisch er ist. Berücksichtigen Sie dabei auch die physische Größe der Antennen in handelsüblichen Navigationsgeräten. Nutzen Sie Ihr Expertenwissen im Bau nachrichtentechnischer Systeme!
  41. Wenn die Erde flach ist, müsste sie ja nachgemessenermaßen (und bislang von Flache-Erde-Anhängern weitgehend unbestritten) ca. 40000 km Durchmesser haben. Der Äquator läge dann ca. 10000 km vom Nordpol (vom Mittelpunkt) entfernt. Die Sonne schwebt angeblich ca. 6000 km über dem Äquator (plus / minus 23 Grad wegen der Jahreszeiten) und ist wiederum 60 oder mehr km groß, je nachdem, wen man fragt. Das bedeutet, die größtmögliche Entfernung eines Betrachters zur Sonne beträgt ungefähr 30600 km, nämlich dann, wenn die Sonne über einem bestimmten Punkt am Äquator steht und der Betrachter genau gegenüber von diesem Punkt am „Eisrand“. Der Winkel, unter dem der Betrachter die Sonne sehen würde, beträgt arctan (6000 km / (10000+20000) km) = 11,4°:sonne(Die Zeichnung ist nicht maßstäblich.) Die Frage hieraus: Wie erklären sich a) die Bewegung der Sonne über der Erdscheibe sowie b) Sonnenauf- und -untergang.Einen halben Tag später sähe die Situation so aus: Die Sonne wäre um eine halbe „Umdrehung“ weiter gewandert und stünde immer noch über dem Äquator, dieses Mal aber auf der anderen Seite des Nordpols:sonne2
    In allen Zwischenpositionen betrüge der Betrachtungsabstand zwischen 11600 km und 30600 km und der Betrachtungswinkel zwischen 11,4 und 31°. Niemals würde die Sonne in der Situation untergehen können. Begründen Sie, warum das Modell Ihrer Meinung nach die Beobachtungen in der Natur trotzdem richtig beschreibt.
  42. Wie berechnet, betrüge der maximale Abstand zur Sonne unter den o.g. Annahmen ca. 30.600 km. An jedem anderen Betrachtungsstandort wäre der Winkel größer, weil sich der Beobachter näher an dem Punkt befände, über dem die Sonne steht. Das bedeutet zweierlei: Die Sonne wäre zwangläufig von jedem Punkt der Erdscheibe aus zu sehen und könnte nie untergehen (außerdem gibt es auf einer Ebene keinen „Horizont“). Zweitens wäre der Betrachtungsabstand am Eisrand ca. 5x so groß wie an der Stelle, über der die Sonne gerade steht (dort wären es ja nur 6000 km), und damit wäre die scheinbare Größe der Sonne dort nur ein Fünftel. Soweit bekannt, wurde bislang nirgendwo berichtet, dass die Erde am Äquator 5x so groß erscheint wie am Rand der Antarktis. Wie erklären Sie diese Diskrepanz?
  43. Wenn die Erde flach ist und die Sonne über der Scheibe eine kreisförmige Bahn beschreibt, dann müsste die Sonne aus Sicht einen Beobachters am „Rand“ aus perspektivischen Gründen eine Ellipse beschreiben und für einen Beobachter in der Mitte der Scheibe (d.h. am Nordpol) einen Kreis um ihn herum. Nennen Sie Reiseberichte, in denen das glaubhaft dokumentiert wird.
  44. Kommen wir zur Solarkonstante. Diese beträgt (soweit ich weiß, von Flacherdlern unbestritten) ca. 1367 W/m² am Äquator und in Richtung Pole entsprechend dem Cosinus der geografischen Breite weniger. (Streng genommen nur zu Frühlings- und Herbstanfang – man muss die jeweilige geografische Breite des Sonnenstands einbeziehen). Wenn jetzt die Sonne 60 km Durchmesser hätte und 6000 km über der Erdscheibe schwebte, dann könnte man ausrechnen, wieviel Energie die Sonne insgesamt abstrahlt (und demzufolge erzeugen muss – anderes Thema). Dann kann man auch leicht ausrechnen, wie hoch die jeweilige Strahlungsdichte (die mit dem Quadrat des Abstands abnimmt sowie mit dem Cosinus des Einfallswinkels) am jeweiligen Standort ist. Den Abstand kann man wie genannt mit dem Pythagoras leicht ausrechnen. Leider stimmt das aber alles überhaupt nicht mit den in der Natur gemessenen und bekannten Werten überein. Warum?
  45. Wenn Sie von einem Durchmesser der Sonne von 60 km ausgehen, beschreiben Sie einen hypothetischen physikalischen Aufbau und die Art ihrer Energiegewinnung. Berechnen Sie ihre physikalische Masse. Welcher Brennstoff und welche physikalischen Prozesse würden erklären, dass die Sonne offensichtlich seit mindestens tausenden von Jahren (seit es darüber Aufzeichnungen gibt) ohne Unterbrechung scheint? Gegeben sei die allseits bekannte Solarkonstante von ca. 1367 W/m².
  46. Machen Sie mit einem Freund ein kleines Experiment. Sie fahren mit dem Bus und nehmen einen leuchtend roten möglichst leichten Ball (beispielsweise aus Schaumstoff und 10 Zentimeter groß) mit. Stellen Sie sich an die Ausgangstür, der großen Fensterscheibe wegen. Ihr Freund steht am Straßenrand und beobachtet, wie Sie vorbei fahren. In dem Moment, in dem der Bus an der Stelle vorbei fährt, an der Ihr Freund steht, werfen Sie den Ball zu ihrem Freund gewandt genau senkrecht nach oben und fangen ihn wieder auf, so dass er die Decke des Busses gerade nicht berührt, der Ball also frei fliegt. Anschließend fragen Sie ihren Freund, welche Flugkurve der Ball aus seiner Sicht gemacht hat. Alternativ: springen Sie im Moment der Vorbeifahrt in die Höhe und fragen Sie Ihren Freund nachher nach der Flugkurve Ihres Kopfes. Ist der Ball (sind Sie) mit einem Schlag an die hintere Buswand geflogen, wie häufig befürchtet wird? Beschreiben und begründen Sie die Beobachtungen!
  47. Wiederholen Sie dieses Experiment „an Land“, zum Beispiel auf dem Gehsteig. Werfen Sie den Ball senkrecht in die Luft und fangen Sie in wieder auf. Wiederholen Sie das, indem Sie sich in unterschiedliche Richtungen drehen. Was beobachten Sie? Beschreiben Sie eventuelle Unterschiede.
  48. Nachdem der Bus sich im Bus-Experiment eindeutig fortbewegt hat und der Ball nach Ihrer Beobachtung senkrecht in die Luft geflogen und wieder herunter gefallen ist, können Sie aus dem zweiten Experiment schließen, dass die Erde still steht, d.h. sich nicht dreht?
  49. Ein weiteres kleines Experiment. Stellen Sie ein Gefäß, beispielsweise einen Kochtopf, auf eine drehbare Unterlage, beispielweise eine Töpferscheibe. Füllen Sie das Gefäß mit Wasser. Legen Sie auf die Wasseroberfläche einen länglichen Gegenstand wie einen Schaschlikspieß aus Holz. Zunächst ist alles in Ruhe. Nun drehen Sie die Töpferscheibe mit konstanter Geschwindigkeit. Beobachten Sie den Schaschlikspieß. Was macht er a) unmittelbar nach Beginn der Drehbewegung b) nach einigen Minuten? Schließen Sie daraus: Was bedeutet das für die Atmosphäre eines Planeten, der kugelförmig ist und sich dreht, nach einer längeren Zeit, zum Beispiel mehreren Tausend oder Millionen von Jahren? Wird sie still stehen a) gegenüber dem umgebenden Raum oder b) gegenüber der Oberfläche des Planeten? Erklären Sie an Hand dieser Überlegung, warum die Windgeschwindigkeit am Äquator nicht 1670 km/h beträgt.
  50. Wenn die Erde flach ist, wie kann es sein, dass einige Menschen davon berichten, an beiden Polen existierten große Eingänge in die innere Erde, und speziell am Südpol seien schon diverse UFOs beim Ein- und Ausfliegen gesichtet worden? Für wie glaubhaft halten Sie solche Behauptungen, wenn Sie wissen, dass diese Leute selbst noch nie dort waren, bzw. noch nie dort gewesen sein können, weil ja nach Ihrer Ansicht die Antarktis nicht existiert, sondern nur der Eisrand?

 

Es kann sein, dass einige Fragen doppelt oder in ähnlicher Form mehrfach vorkommen. Ich habe noch nicht aufgeräumt.

Ergänzungen und Berichtigungen nehme ich dankend entgegen!🙂

Macht Katzenfutter wie Whiskas süchtig?

Wie einige wissen werden, beschäftige ich mich seit einer Weile mit dem Thema Verschwörungstheorien. Dabei geht es in der Regel um harten Stoff wie Illuminaten, Chemtrails und die „BRD-Lüge“.

Neulich kam mir aber etwas vor die Füße, das man selbst bei gutem Willen nur als skurril bezeichnen kann. Seit einer Weile sei bekannt, dass der Hersteller von Whiskas dem Futter irgendetwas untermischt, das die Katzen abhängig oder süchtig macht. Ähnliches wird auch über die Marken „Felix“ oder „Sheba“ berichtet.

Wie sich das für einen tüchtigen Verschwörungstheoretiker gehört („google doch mal selbst!!!“, „informier dich mal richtig!!!“) habe ich mal gegoogelt. Innerhalb von einer Minute war klar, Google liefert ausschließlich Fundstellen in diversen Katzenliebhaber- und Hausfrauenforen (talkteria.de, samtpfoetchen.de, katzen-links.de, gutefrage.net, allmystery.de, cleverefrauen.de, und andere) sowie bei dem einen oder anderen Tierheilpraktiker. Das begann etwa 2004 – ältere Fundstellen waren auf Anhieb nicht zu finden. Beiträge in Zeitungen oder Zeitschriften, seriöse Testberichte oder wissenschaftliche Untersuchungen: Fehlanzeige. Das ist noch kein Beweis, aber schon mal ein starkes Indiz dafür, dass die Behauptung auf ziemlich dünnem Eis steht.

Wenn man sich die Fundstellen genauer anschaut, wird schnell klar, dass es sich um eine bunte Sammlung von Hörensagen, Gerüchten und Anekdoten handelt, nach dem überspitzt dargestellten Prinzip „die Putzfrau des Taxifahrers meines Briefträgers hat erzählt“ oder „ich hab irgendwo gelesen“. Eine Primärquelle ist nicht zu finden (ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen).

Beispielhaft sei die Seite einer Tierheilpraktikerin genannt, die schreibt „Es könnte auch mit Zusatzstoffen, wie Lockstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker gearbeitet werden. Diese machen Ihre Katze u.U. süchtig nach dieser einen Marke.“  Sowas nennt man gemeinhin „anecdotal evidence“. Sie schreibt weiter: „Whiskas wird auch in Tierversuchen getestet, das hat der Konzern selber auf Nachfrage von der Tierschutzorganisation Peta bekanntgegeben“. OK, man hat also das Produkt testhalber an Katzen verfüttert, um zu prüfen, ob die das überhaupt mögen. TIERVERSUCHE, weißte?

Einige Forennutzerinnen schreiben sinngemäß: „Ich habe meiner Katze mal Whiskas (Sheba, Felix, …) gegeben, und nachher wollte sie nichts anderes mehr fressen.“ Ich weiß nicht, was „anderes“ die Nutzerinnen ihren Katzen nachher alles angeboten haben, aber offenbar hat das den als eigenwillig bekannten Feliden schlicht nicht mehr geschmeckt. Vielleicht waren sie auch nur mal einen Tag schlecht drauf. Leute, wissenschaftlich arbeiten und statistisch belastbare Ergebnisse abliefern geht anders.

(Ob man Katzen und Hunden unbedingt Dosenfutter anbieten muss, oder ob man sogar den m.E. abwegigen Versuch machen soll, Fleischfresser vegan zu ernähren, lasse ich offen. Das muss jeder selber wissen.)

Es dürfte kaum überraschen, dass mich das nicht überzeugt. „Ich hab mal irgendwo gelesen“, „Bekannte von uns sagen“ und „ich glaube, da ist viel (dies und das) drin“ sind die Klassiker des esoterischen Gewerbes.

An all dem ist bestimmt die Merkel schuld. Seit die Kanzlerin ist, fressen die Katzen nur noch Whiskas.

(Disclaimer: Nein, ich habe selbst keine Katze. Das muss ich aber auch nicht, um Bullshit zu erkennen.)

Wie war das noch mit Chemtrails?

Seit dem Frühjahr 2015 beschäftige ich mich mit den unterschiedlichsten Verschwörungs“theorien“. Da gibt es ja die lustigsten Weltbilder. Die drei offensichtlich absurdesten sind a) die Hypothese, die Bundesrepublik Deutschland sei in Wahrheit kein Staat, sondern eine GmbH im Besitz der Amerikaner, b) die Erde sei keine Kugel, sondern flach und c) wir werden alle mittels per Flugzeug ausgebrachter Chemikalien und Schwermetalle vergiftet (Chemtrails). Absurd deswegen, weil jeder beobachten kann, dass die behaupteten Folgen offensichtlich nicht eintreten. Ohne mich in die Psychologie verlieren zu wollen, es scheint bei all diesen Weltbildern hauptsächlich darum zu gehen, für gefühlt komplexe Sachverhalte super-einfache Erklärungsmodelle zu finden und unter allen Umständen daran festzuhalten. Anders gesagt: Man stellt Prämissen auf und hält sich an diesen fest. Widersprüche zu den Prämissen werden als Teil der Verschwörung angesehen (so wie dieser Beitrag hier). So wird beispielsweise behauptet, Rauchen sei überhaupt nicht gesundheitsschädlich; im Gegenteil bildeten die Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs eine Art „Schutzschicht“ in den Bronchien gegen all die Gifte, die die Regierung tagtäglich über uns aussprüht, um die Bevölkerung zu reduzieren. Wenn man Husten und Bronchitis hat, sei das alleine die Schuld der bösen Mächte DA OBEN, die uns weis machen wollen, Rauchen sei ungesund, und der Pharmaindustrie, die damit Millionen verdient. Lungenkrebs bekäme man nur, wenn man irgendein unverarbeitetes Problem in der Kindheit hatte. Belege dafür? Fehlanzeige.

Wissenschaft funktioniert anders. Wissenschaft funktioniert durch Beobachtung und Beschreibung der Beobachtung mittels mathematischer und physikalischer Methoden. Das Ziel ist es, das Beobachtete berechenbar zu machen und im Rahmen des Modells zutreffende und überprüfbare Vorhersagen zu machen. Wenn sich irgendwann herausstellt, dass ein Modell nicht widerspruchsfrei funktioniert, keine zutreffenden Vorhersagen macht oder irgendwelche neu beobachteten Randbedingungen nicht richtig beschreibt, gehört es auf den Müll und überarbeitet. Unabdingbar ist es, dass wissenschaftliche Experimente im Prinzip durch jedermann nachvollziehbar und vor allem falsifizierbar sind. Denkmodelle wie Religionen oder Verschwörungstheorien sind gerade das sehr häufig nicht – sie ersetzen Erkenntnis durch Dogma.

Dass Vertreter der besagten Weltbilder sehr häufig nicht in der Lage sind, einen einzigen Satz fehlerfrei zu Papier zu bringen, macht einen nachdenklich. Auch der Umstand, dass man von Anhängern dieser Weltbilder auf Anfrage selten brauchbare Auskünfte bekommt, sondern eher Antworten nach dem Motto „informier Dich mal richtig!“ – „Auf YouTube gibt es Videos dazu“ – „Wacht endlich mal auf!“ macht nicht unbedingt einen Vertrauen erweckenden Eindruck.

Über BRD-GmbH, Flache Erde und Chemtrails ist eigentlich schon alles geschrieben und gesagt worden. Eine gute Quelle zum Thema BRD-GmbH ist das Sonnenstaatland-Buch; über andere Gedankenwelten findet sich alles im Wiki von psiram.com, und zu Chemtrails gibt es das Chemtrails-Handbuch.

In diesem Beitrag möchte ich mich nur mit zwei Aspekten zu Chemtrails beschäftigen, die für meinen Geschmack bisher etwas unterbelichtet sind, die aber Chemtrails so offensichtlich unplausibel machen, dass man darüber reden muss: der auszubringenden Menge, und den chemischen Eigenschaften von Aluminium.

Zum Thema Mengen kann man sich mit einem simplen Taschenrechner vergewissern, dass es praktisch ausgeschlossen ist, dass eine der behaupteten Wirkungen eintritt. Die European Food Safety Authority geht von einer maximal tolerierbaren oralen Aufnahme von Aluminium mit der Nahrung von 1 mg pro Woche pro Kilogramm Körpergewicht aus; für einen Erwachsenen also beispielsweise von 75 mg pro Woche. Da diese Studie sehr konservativ und mit einem sehr großen Sicherheitspuffer rechnet, dürfen in der Praxis die Werte vermutlich auch höher sein – aber gehen wir mal von diesem Wert aus. Wohl gemerkt, wir gehen hier von der oralen Aufnahme aus, und nicht von lockerem Bestreuen aus einer Höhe von zehn Kilometern.

Mengenlehre

Um jeden Menschen zu erwischen (wir wollen ja schließlich die ganze Bevölkerung vergiften und umbringen!) müsste man das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland flächendeckend bestreuen. Wenn wir mal annehmen, dass ein Mensch von oben gesehen in etwa eine Fläche von 50×50 cm² einnimmt, müsste man also pro Woche 4*75 mg = 300 mg pro Quadratmeter streuen. Die BRD hat eine Gesamtfläche von ca. 360000 km² oder 360 Milliarden (360000 * 1000 * 1000) Quadratmetern. Das würde bedeuten, man müsste PRO WOCHE eine Menge von 108.000 Tonnen reines Aluminiumpulver ausbringen. Im Jahr wären das 5,6 Millionen Tonnen alleine über der BRD. Nun betrug die Weltjahresproduktion von Aluminium 2010 ca. 50 Millionen Tonnen, in Europa 11 Millionen Tonnen. Eine böse BRD-Regierung müsste also glatt die Hälfte der europäischen Jahresproduktion versprühen, und da wären die anderen europäischen Länder noch gar nicht berücksichtigt. Ob das vielleicht irgendwem auffallen würde? An sich kann man hier aufhören. So viel Aluminium steht für diesen Zweck schlicht nicht zur Verfügung.

So weit, so gut. Wenn mir jetzt jemand glaubhaft belegt, wie jede Woche in Deutschland irgendwo 108.000 Tonnen Aluminium aus der Rechnung verschwinden können, ohne dass es einer merkt, dann können wir weiter reden. Ich wüsste auch gerne, wo die vielen LKWs oder Züge sind, mit denen jede Woche 108.000 Tonnen irgendwas in Deutschland transportiert werden. Von den anderen Ländern haben wir dann wie gesagt noch gar nicht gesprochen. Bis dahin erlaube ich mir den Hinweis, dass das alles ein gigantischer Blödsinn ist, der nur den Verbreitern solch alarmistischer „Nachrichten“ nützt.

Dem könnte man entgegnen, okay, dann wird halt weniger und gezielt gesprüht, nur über den großen Städten. Dem steht aber entgegen, dass es aus wettertechnischen Gründen praktisch ausgeschlossen ist, so gezielt zu „sprühen“. Wer den Vulkanausbruch auf Island im Jahr 2010 beobachtet hat, weiß, was ich meine: Feinste Staubteilchen sinken sehr, sehr langsam zu Boden und werden von den Höhenwinden über riesige Entfernungen transportiert. Man findet sie teilweise tausende Kilometer entfernt. Nur größere Ascheteilchen und -brocken sinken schnell zu Boden – größere Aluminiumteilchen oder -brocken in Städten wurden hingegen noch von niemandem beobachtet oder behauptet. Wenn also ein Chemtrail-Gläubiger wieder einmal behauptet, dass da einer oben drüber geflogen ist, und wenige Minuten später habe man ein Kratzen im Hals verspürt von all diesem Gift, so ist das schlicht eine paranoide Hypochondrie, denn in wenigen Minuten können Feinstaubteilchen niemals aus 10 km Höhe auf den Boden sinken, und schon gar nicht dort, wo der Flieger geflogen ist, denn in diesen Höhen ist es niemals windstill.

Chemische Eigenschaften

Dazu kommt dann noch der Umstand, dass es keine technische Möglichkeit gibt, Aluminium in elementarer Form aus einer Flughöhe von 10 km bis zum Boden zu bringen. Auf Grund seiner chemischen Eigenschaften oxidiert Aluminium an der Luft sehr schnell zu Aluminiumoxid (Al2O3). Die Oberfläche von Feinstaub im Verhältnis zum Volumen ist riesig; eine solche Oxidation fände binnen Minuten statt – erst recht, wenn, wie behauptet, das Aluminium bei einer Verbrennungstemperatur von ca. 2000°C durch eine Flugzeugturbine geblasen würde, egal, ob als Al-Staub oder in gelöster Form im Kerosin. Da hinten käme alles mögliche heraus, aber ganz sicher kein elementares Aluminium.

Nun ist Aluminiumoxid aber eine chemisch sehr beständige Verbindung – nicht umsonst braucht man Aluminium-Bauteile nicht zu lackieren. Sie sind von ganz alleine wetterfest, weil sich eine Al2O3-Schicht bildet, die die weitere Korrosion wirksam verhindert. Anders gesagt, wenn jemand etwas versprühen würde, dann käme in jedem Fall harmloses Aluminiumoxid zu Boden. Die besagten 300 mg pro m² und Woche würden sich dann, ohne dass es irgendwem auffällt, mit den übrigen 146 Mrd. Tonnen Al-Verbindungen vermischen, aus denen der Erdboden ohnehin besteht (die Zahl habe ich mir aus den Fingern gesogen, aber es dürfte klar sein, wie das gemeint ist). Aluminium ist das dritthäufigste chemische Element der Erdkruste und das häufigste Metall überhaupt. Wir laufen jeden Tag darauf herum und atmen die Stäube ein, und das seit 6 Millionen Jahren (mal vom Australopithecus an gerechnet). Wir bauen unser Gemüse darauf an. Wir züchten unsere Nutztiere darauf. Wir bauen unsere Häuser damit. Wir tragen Aluminiumoxid als Schmucksteine (Saphire, Rubine). Wir nutzen Al2O3 als Korund für Schleifpapier. Als Kinder fressen wir den Sand im Sandkasten (Ok, hauptsächlich Siliziumdioxid, aber mit Beimengungen durch diverse Spate und andere Al-Verbindungen). Wenn das irgendwie giftig wäre, dann wäre die Menschheit, und alles andere gleich mit, längst ausgestorben. Statt dessen verdoppelt sich derzeit die Weltbevölkerung in weniger als 100 Jahren. Wenn das eine Verschwörung ist, dann jedenfalls die erfolgloseste seit Adam und Eva.

Für Barium, Strontium usw. gilt ähnliches. Das sind alles unedle Metalle, die elementar darzustellen einen erheblichen Aufwand bedeutet, geschweige denn in den Mengen, von denen wir hier reden (müssten). Ich fordere jeden, der an Chemtrails glaubt, dazu auf, dazu einen Taschenrechner in die Hand zu nehmen und eine glaubwürdige Berechnung (mit Nennung von Primärquellen) vorzulegen, die die Behauptung stützt. Begründete Annahmen sind zulässig. Also, mal ein kleines bißchen wissenschaftlich zu arbeiten.

Wie groß ist diese Verschwörung?

Zuletzt noch eine Überlegung, die dem ganzen Thema endgültig die Luft raus lässt. Wie viele Menschen müssten wohl an einer logistischen Operation dieser Größenordnung (5,6 Millionen Tonnen Aluminium jedes Jahr) beteiligt sein?

  • Heimliches Abzweigen dieser Menge Aluminium, ohne dass es jemand merkt: davon wären Händler an den Rohstoffbörsen weltweit betroffen; Arbeiter in den Werken; Verladepersonal; Transportunternehmen; Bahn; Gießereimitarbeiter; …
  • Auflösen von 5,6 Millionen Tonnen in Kerosin oder Ausbringen in Staubform: sicherlich Tausende Mitarbeiter in den Raffinerien; Tankpersonal; Hersteller von Flugzeugtriebwerken (die müssten dafür ja spezifiziert werden, damit sie nicht kaputt gehen); Hersteller von Flugzeugen (Zusatztanks oder anderen Lademöglichkeiten für Metallstäube); Flugzeugmechaniker; Wartungspersonal; und andere.
  • Piloten: die müssen die Treibstoffmenge je nach Ladezustand und Abfluggewicht eines Flugzeugs berechnen.
  • bestimmt noch weitere Personengruppen, die ich mir hier aber wohl schenken kann.

Ich schätze mal, um sowas weltweit (so wird es ja behauptet) über viele Jahre darzustellen, müssen Millionen mittelbar und unmittelbar an der Herstellung von Aluminium und an der Erbringung von Flugtransportleistungen beteiligte Menschen davon wissen oder würden es zwangsläufig irgendwann mitbekommen. Ich verweise hier auf die Studie im Fachblatt PLOS vom Januar 2016. Und davon soll keiner irgendwann ein schlechtes Gewissen bekommen und plaudern? Davon abgesehen, dass es deren Familien und sie selbst ja auch träfe???

Aber wie schon eingangs gesagt: Hardcore-Chemtrail-Gläubige werden sich von solchen Sachargumenten nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wenn sie überhaupt in der Lage wären, einfachste Berechnungen und anorganische Chemie auf Hauptschulniveau nachzuvollziehen, werden sie solche Informationen gezielt ausblenden, um sich weiterhin in ihrer Verschwörung suhlen zu können. Bloß nicht die Prämissen aufgeben!

 

[Update 07.07.2016]

Noch ein Hinweis zu der gerne genannten Behauptung „Aber ich kann es doch mit eigenen Augen sehen! Da! Schau doch mal hoch!!!“

Nein, kannst Du nicht. Das letzte, auf das Du Dich verlassen kannst, ist Dein Sehvermögen und das, was Dein Hirn daraus macht. Siehe hier.

 

[Update 19.07.2016]
Oder den hier.

 

 

 

 

 

 

Fall Böhmermann: Immer feste druff auf Merkel?

Das ganze Merkel-Bashing wegen der Entscheidung in der Sache Böhmermann kann ich nicht nachvollziehen. Vor allem in den „sozialen Medien“ kocht wieder einmal die Empörung hoch. Mir scheint, eine Reihe Leute benötigt Nachhilfeunterricht in Sachen Gewaltenteilung. Schauen wir uns mal an, welche Optionen die Regierung hatte:

1. Man konnte das Verfahren nach §104a StGB ablehnen, d.h. die Ermächtigung verweigern. Was wäre dann passiert? Erstens, der Fall wäre politisch eskaliert, zumindest im Zusammenhang mit der Kooperation mit der Türkei. Man mag über das EU/Türkei-Abkommen denken was man will, das ist eine ganz andere Frage. Aber in jedem Fall wäre die Handlungsfähigkeit der Regierung beeinträchtigt worden. Zweitens: Der Fall wäre auf der politischen Ebene geblieben. Das hätte an Merkel geklebt wie Pech.

2. Man konnte die Ermächtigung gemäß §104a StGB erteilen. Damit geht der Fall dorthin, wo er hin gehört, nämlich an die Gerichte. Der Fall wird aus der Politik genommen, er wird politisch deeskaliert. Es liegen ja bereits Klagen nach §103 StGB vor, d.h. es gibt bereits ein Ermittlungsverfahren. Das kann jetzt gerichtlich geklärt werden, ggf. durch mehrere Instanzen. Unter anderem kann ein Gericht entscheiden, dass der §103 StGB hier nicht zum Tragen kommt. Der Gewaltenteilung ist damit Genüge getan.

Dass die Türkei offenbar nicht einmal selbst an den Erfolg einer Klage nach §103 StGB glaubt, sieht man daran, dass Erdogan noch eine zweite, persönliche Klage wegen Beleidigung nach §185 StGB drangehängt hat.

Keine Option ist es für die Regierung zu sagen, wir halten den §103 StGB für nicht mehr zeitgemäß, und lehnen das Verfahren deswegen ab. Derzeit gilt der Paragraph noch, und weder dieser noch der §104a sind verfassungswidrig. Zumindest wird das von niemandem behauptet. Es kann auch nicht in der Kompetenz der Exekutive (d.h. der Regierung) liegen, das zu entscheiden, sondern ausschließlich in der der Justiz, d.h. der Gerichte. Davon abgesehen liegen die Klagen bereits vor, und rückwirkend kann man den §103 kaum abschaffen. Das wäre nicht rechtsstaatlich.

Folgerichtig ist, dass jetzt seitens des Bundestages (und nicht seitens der Regierung! Gewaltenteilung!) geprüft werden soll, ob der §103 noch benötigt wird. Meine persönliche Meinung ist, weg damit und mit dem ganzen Rattenschwanz inkl. §104a.

Ungeschickt von Merkel war, dass sie kürzlich bereits inhaltlich Position bezogen hat. Damit hat sie sich selbst in eine unmögliche Lage gebracht. Sie konnte hinter diese Position nicht mehr ohne Gesichtsverlust zurück. Ablehnen nach §104a wäre daher unglaubwürdig und eher überraschend gewesen. Was haben die Leute denn erwartet?

Völliger Nonsens ist die Einschätzung einiger Kommentatoren, Merkel hätte Böhmermann nun Erdogan auf dem Tablett serviert. Das ist Quatsch. Es ist ja nicht so, dass sie ihn ausliefern oder türkischen Gerichten überstellen würde. Statt dessen wird sich ein deutsches Gericht damit beschäftigen, und das kann durchaus auch die Klage abweisen oder das Verfahren gut begründet einstellen. Warten wir’s ab.

 

(Edit: Ich habe obiges verfasst, ohne zuvor Merkels Stellungnahme zu dem Thema gesehen zu haben. Da habe ich inzwischen nachgeholt. Wie ich sehe, liege ich mit meiner Einschätzung bezüglich der Überlegungen zur Entscheidung richtig.)

Fefe und die Löschpraxis von Facebook

Fefe ist ja immer gut für einen Rant. Kann man mögen, muss man aber nicht. Im Allgemeinen bin ich mit dem, was er schreibt, einverstanden, aber manchmal muss ich den Kopf schütteln, bis mir schwindlig wird. So auch in diesem Fall.

Da schreibt er zur Löschpraxis von Facebook und regt sich furchtbar auf über Zensur (ohne den Begriff zu benutzen) und die glorreiche freie Meinungsäußerung. Ich verfolge das Treiben des rechten Gesindels vor allem auf Facebook seit einer Weile und bin in vielen Punkten mit ihm überhaupt nicht einer Meinung.

Ich höre immer Zensur. Wer auch immer mit welcher Absicht diesen Begriff in einem solchen Zusammenhang nutzt, möge doch bitte mal nachlesen, was „Zensur“ eigentlich ist, und wenn er schon dabei ist, Art 5(2) GG gründlich lesen und verstehen.

Beim Löschen von Hasskommentaren auf Facebook geht es um die Wahrnehmung des Hausrechts des Betreibers. Wenn ich ein Blog habe mit Kommentarfunktion, dann behalte ich mir auch das Recht vor, Hasskommentare etc. aus meinem Blog rauszuwerfen. Fefe macht sich’s ja leicht, der hat gleich gar keine Kommentarfunktion.

Im Einzelnen fällt mir hier folgendes auf:

  • Fefe spricht von einem Billighoster für 2€. Davon ab, dass dieser Vergleich auf FB nicht zutrifft, weil das ein Milliarden-Dollar-Unternehmen ist, spielt es gar keine Rolle, wieviel der Betreiber mit der Plattform verdient und ob er sich die Leistung bezahlen lässt. Er hat das Hausrecht, und das hat mit staatlicher Zensur rein gar nichts zu tun. Im übertragenen Sinne hält man da seinen Vorgarten sauber, wenn der Hund des Nachbarn reingekackt hat. Das würde man ja auch nicht unter „freie Meinungsäußerung des Hundes“ so stehen lassen.
  • Es fällt nicht in den Ermessensspielraum des Hosters, ob justitiable Äußerungen gelöscht werden oder nicht. Die Kriterien dazu sind gesetzlich festgelegt, und es gibt hinreichend Gerichtsurteile dazu.
  • „Bei Facebook zahlen Sie gar nichts“ ist Schmarrn, siehe oben. Du bist die Ware.
  • „In einer pluralistischen Gesellschaft muss man anderslautende Positionen aushalten können.“ Siehe Art 5(2) GG – ja, so lange sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen. Den Kommentar zu dem toten Kind beispielsweise will Fefe ja wohl kaum ernsthaft als „anderslautende Position“ markieren, die man „aushalten“ muss. Wenn es hier um einen sachlichen Diskurs ginge, wäre ich dabei, aber das ist bei den fraglichen Hetzkommentaren offensichtlich nicht der Fall.
  • „dass da auch noch ein Richter urteilt.“ Ja klar, weil wir so viele Richter haben, die bei den aktuellen Massen an Kommentaren Zeit dafür haben. Ich halte das für unrealistisch. Ich bin auch grundsätzlich für einen Richtervorbehalt, bsp. bei der Vorratsdatenspeicherung, aber hier geht es – nochmal! – um das Hausrecht des Hosters, dafür braucht der keinen Richter. Die Aufgabe des Richters ist es, staatliche Eingriffe in Grundrechte zu regeln (bsp.VDS), und nicht, ob ich meinem Nachbarn erkläre, dass sein Hund nicht in meinen Garten zu scheißen hat.
  • Mit dem „Lynchmob“, angewandt auf diejenigen, die Hasskommentare löschen lassen wollen, stellt sich Fefe auf die Seite derjenigen, die diese Hasskommentare absondern, ob er das nun mag oder nicht. Dichter kann man kaum an der Ideologie „alles ist freie Meinungsäußerung“ sein.

Freie Meinungsäußerung besteht nicht darin, dass man auf Facebook seine rassistische Soße auskippen darf, oder speziell irgendwo sonst. Darauf hat man keinen Anspruch. Die Rassisten können ja eine eigene Seite aufsetzen (tun sie ja auch, aber das hat bei weitem nicht die gewünschte Breitenwirkung wie Postings auf FB) oder Flyer in der Fußgängerzone verteilen. Damit ist dem Recht auf freie Meinungsäußerung nach Art 5(1) GG Genüge getan. Eine staatliche Zensur nach dem Prinzip, dass man Äußerungen vor Veröffentlichung einer Zensurstelle vorzulegen hat, existiert nicht. Der Gebrauch des Begriffes „Zensur“ außerhalb dieser Definition hat lediglich ideologischen und tendenziösen Charakter, den ich weiterhin bekämpfen werde.

Fefes Rant ist eine „anderslautende Position“, mit der ich mich sachlich auseinander setzen kann. Die von ihm inkrimierten Hasspostings sind es nicht.